Wo ist Afrika?

 

Neue Sammlungspräsentation ab 16. März 2019

Unter dem Titel „Wo ist Afrika?“ zeigt das Linden-Museum Stuttgart ab 16. März 2019 die Neupräsentation der Afrika-Sammlungen.

Wo ist Afrika? fordert auf, die Kontexte und Narrative der Afrika-Sammlungen des Linden-Museums neu kennen zu lernen und sie gemeinsam mit dem Museum kritisch zu befragen. Die Ausstellung zeigt, wie die Sammlungen entstanden, wie sie sich entwickelten und welchen Klassifizierungsprinzipien sie gehorchten.

Ein Großteil der ausgestellten Objekte wurde im Kongobecken und in Regionen erworben, die heute innerhalb der Staatsgrenzen von Kamerun, Mosambik, Nigeria und Tansania liegen. Der früheste Erwerb erfolgte 1881, der letzte 2018. Viele Objekte gelangten in der Kolonialzeit während des „Wettlaufs um Afrika“ zu Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Sammlungen.

Wo ist Afrika? untersucht, welche Geschichte und Geschichten den Objekten eingeschrieben sind: Die Ausstellung konzentriert sich auf Beziehungen und Bewegungen, die die Objekte über die Zeit erfahren haben. Sie lotet aus, in welche Prozesse sie heute eingebunden sind und welchen Platz sie in Zukunft vielleicht einnehmen werden. Sie eröffnet einen Deutungsraum der kulturellen Kreativität, in dem es möglich wird, sich einem historisch und ästhetisch komplexen Begriff von „afrikanischer Kultur“ zu nähern.

„Die neue Afrika-Ausstellung des Linden-Museums ist ein kraftvoller Beitrag zu der zwingend notwendigen Debatte, wie wir mit Kulturobjekten aus verschiedenen Kontinenten und Zeiten in einer globalisierten Welt umgehen. Welche Fragen richten wir heute an sie, welche Geschichten erzählen sie uns? Dabei geht es auch darum, wie wir uns zu unserer kolonialen Vergangenheit stellen. Die Präsentation ermöglicht, dass das Thema nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in der Gesellschaft ankommt und diskutiert wird. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Herkunftsländer erprobt das Linden-Museum neue und partizipative Konzepte für die Präsentation der Objekte. Das Museum gibt damit der Mehrstimmigkeit Raum und verabschiedet sich vom eurozentrischen Blick. Die Ausstellung stellt auch wichtige Fragen an unser heutiges Zusammenleben und trägt damit zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei“, betont Kunststaatssekretärin Petra Olschowski. 

Wo ist Afrika?
verfolgt einen prozessorientierten Ansatz, präsentiert eine Vielzahl an parallelen Erzählungen und sucht den öffentlichen Dialog.

Die Ausstellung wird gefördert vom Land Baden-Württemberg und der Robert Bosch Stiftung.             

   


Pressemitteilung (pdf)


Zentrale Ausstellungstexte (pdf)


Begleitprogramm (pdf)

Angebote für Schulklassen und Kindertagesstätten (pdf)

Ausstellungsorganisation (pdf)

Pressefotos

Wo ist Afrika? Key Visual
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Gestaltung: Anja Emde | Download


Brief von König Ibrahim Njoya
Diesen Brief verfasste Ibrahim Njoya (ca. 1860-1933) in Foumban (Westkamerun) in einer frühen Version des von ihm geschaffenen Shumom-Schreibstils. Sein Brief an die deutsche Kolonialverwaltung wurde 1905 von Oberleutnant Wilhelm Achenbach an Karl Graf von Linden übergeben.
Eingang ins Museum: 1905
Herkunft: Kamerun
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer,  Inv. Nr. F 54452 | Download


Zeremonielle Tanzmaske
Die Maske erinnert an einen Elefanten, das Symbol der Stärke. Sie stammt vom Hof eines Königreichs der Bamileke in Westkamerun und wurde von Mitgliedern der Kuosi-Gesellschaft getragen. Ähnliche Masken treten bis heute bei wichtigen öffentlichen Zeremonien auf.
Eingang in Museum: 1903
Herkunft: Kamerun
Akquiriert von: Zupitza
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow | Download


Ritualfigur (Nkisi) - "Jäger" (Nkondi)
Eingang ins Museum: 1904–2016
Herkunft: Angola
akquiriert von: Visser - Sotheby's, New York
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Inv. Nr. 035617 | Download


Aufsatzmaske
Hergestellt für die Ekpo-Geheimgesellschaft, um die Gegenwart und den Einfluss wohlwollender Vorfahren darzustellen. Ihr Auftritt feiert die positiven Seiten des Lebens.
Eingang ins Museum: 1903
Herkunft: Nigeria
Akquiriert von: Frobenius
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer, Inv. Nr. 028421 | Download


Rinderfigur
Aus der Schatzkammer von Rumanyika I., König von Karagwe
Eingang ins Museum: 1906
Herkunft: Tansania
Akquiriert von: Feldmann
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Inv. Nr. 040487 | Download


Aufsatzmaske

Maske aus dem Besitz der Ngbe-Geheimgesellschaft. Sie tritt bei Beerdigungen und anderen öffentlichen Zeremonien auf, um gemeinsame Werte zu vertreten.
Eingang ins Museum: 1909
Herkunft: Nigeria oder Kamerun
Akquiriert von: Diehl
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer, Inv. Nr. 059327 | Download


Kraftfigur (Nkisi) – "Jäger" (Nkondi) – Mangaaka
Mangaaka Nkondi wie diese waren vor allem Zeugen von Pakten, sie dienten zur Abschreckung antisozialen Verhaltens und bestraften solche Vergehen.
Eingang ins Museum: 1903
Herkunft: Angola
Akquiriert von: Visser
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer, Inv. Nr. 029623 | Download

 

 


Gesichtsmaske

Maske der Kifwebe-Gesellschaft. Teil eines Maskenkostüms, das Aufführungen von großer symbolischer Bedeutung ermöglichte. Dabei verband sich die greifbare Wirklichkeit mit dem Metaphysischen sowie der Ebene geteilter sozialer Werte. Sammler überall auf der Welt bewundern zudem die formale Qualität dieser Masken.
Eingang ins Museum: 1905
Herkunft: Demokratische Republik Kongo
Akquiriert von: H. Fonck
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer, Inv. Nr. 043811 | Download


Elfenbeinhüftanhänger
Zeremonielle Hüftmaske zu Ehren von Königinmutter Idia. Während der Zerstörung der Hauptstadt des Königreichs Benin 1897 von britischen Soldaten aus den Privaträumen des Oba Ovonramwen entwendet.
Eingang ins Museum: 1964
Herkunft: Nigeria
Akquiriert von: Hunt
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer, Inv. Nr. F 50565 | Download

 


Skulptur von Samson Makamo
Eingang ins Museum: 1989
Herkunft: Mosambik
Akquiriert von: Aurnhammer
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Inv. Nr. F 54286 | Download


Motorrad
Das Motorrad aus chinesischer Produktion erhielt seine sehr persönliche Dekoration in Yaoundé, Kamerun.
Eingang ins Museum: 2018
Herkunft: China/Kamerun
Akquiriert von: Ferracuti/Mohamad
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow, Inv. Nr. F 56422 | Download


Ohne Titel
Gemälde von George Lilanga
Wird aufgrund des Satzes (auf Swahili) auf der Rückseite „Hampaswi kulu / mbana ninyi ni / ndugu“ („Wir können nicht im Konflikt sein, wir sind Familie“) dem Künstler zugeordnet.
Eingang ins Museum: 2012
Herkunft: Tansania
Akquiriert von: Rosenfeld
Erworben mit Lotto-Mitteln
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer, Inv. Nr. F 56370 L |  Download
Anmerkung: Aus dem Motiv kann gerne ein Detail verwendet werden.


Königlicher Zeremonialstoff (Ndop)
Der Rock stammt vom Hof des Königreichs Kuba.
Eingang ins Museum: 2018
Herkunft: Nigeria und Kamerun
Akquiriert von: Ferracuti – Putuenchi
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow, Inv. Nr. F 56426 | Download


Blick in die Ausstellung
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow | Download


Blick in die Ausstellung
Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow | Download


Blick in die Ausstellung

Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow | Download

 


Hinweis: Die Fotos dürfen ausschließlich im Kontext der Ausstellung "Wo ist Afrika?" und nur für Pressezwecke verwendet werden.