Azteken


Große Landesausstellung Baden-Württemberg

12. Oktober 2019 bis 3. Mai 2020

Das Linden-Museum Stuttgart zeigt von 12. Oktober 2019 bis 3. Mai 2020 die Große Landesausstellung „Azteken“.

Die Große Landesausstellung eröffnet einen neuen, vertiefenden Blick auf die Kultur der Azteken die, 500 Jahre nach der Landung des spanischen Eroberers Hernán Cortés in Mexiko, eine besondere Würdigung erhält. Hauptanlass der Ausstellung sind zwei einzigartige Federschilde und eine kostbare Grünsteinfigur, die sich heute in den Sammlungen des Landesmuseums Württemberg befinden und erstmals im Kontext der aztekischen Kultur zu sehen sein werden. Beginnend mit der Peripherie des aztekischen Imperiums (ca. 1430 – 1521 n. Chr.) und der natürlichen und kulturellen Vielfalt Mexikos, nähert sich die Ausstellung dem Inneren des Reiches und seiner Hauptstadt Tenochtitlan. Nach dem Durchschreiten des Herrscherpalastes des Kaisers Moctezuma betritt der Besucher das Innerste des Imperiums: den heiligen Bezirk mit dem Haupttempel Templo Mayor.

Eine vollendete Kunst

Die aztekischen Steinskulpturen bestechen durch ihre naturgetreue und detailverliebte Darstellungsweise, häufig kombiniert mit Kalenderzeichen, Charakteristika bestimmter Gottheiten oder der Kombination verschiedener Götter. Wertvolle Mosaikmasken, Federarbeiten und Goldschmuck lassen erahnen, welche Pracht die Eroberer am Hofe des Aztekenherrschers vorfanden. Den farbenfrohen Bilderhandschriften ist ein eigener thematischer Abschnitt in der Ausstellung gewidmet. Als Besonderheit wird die Ausstellung neueste Forschungs- und Ausgrabungsergebnisse präsentieren. Das Ausgrabungsprojekt Templo Mayor sowie das angeschlossene Museum stellen erst kürzlich entdeckte, noch nie ausgestellte Opfergaben zur Verfügung.

Hochkarätige Leihgeber

„Azteken“ ist eine Ausstellung des Linden-Museums Stuttgart in Kooperation mit dem Nationaal Museum van Wereldculturen (Niederlande). Sie präsentiert rund 150 hochkarätige Leihgaben aus mexikanischen und europäischen Museen. Leihgeber sind das Museo Templo Mayor und das Museo Nacional de Antropología in Mexiko-Stadt, die Musées Royaux d’Art et de Histoire (Brüssel), das National Museum of Denmark (Kopenhagen), das Tropenmuseum (Amsterdam), das Museum Volkenkunde (Leiden), das Museum der Kulturen Basel, das Weltmuseum Wien, das Museum am Rothenbaum (Hamburg), das Museum Weltkulturen (Mannheim), das Rautenstrauch-Joest-Museum (Köln) und Schloss Friedenstein (Gotha). Besonders erwähnenswert sind die beiden Federschilde und die Grünsteinfigur des Landesmuseums Württemberg.

Schirmherrschaft
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Gefördert vom:
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg   



Mit freundlicher Unterstützung von:

         

 

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Pressefotos


Götterfigur aus Grünstein oder Koralle und Spondylus
Diese Götterfigur stellt vermutlich die aztekische Gottheit Quetzalcoatl dar. Im Inneren der Figur ist ein Kanal, der sich an der Vorderseite öffnet. Dies weist darauf hin, dass sie bei Opferritualen verwendet wurde, wahrscheinlich goss man ein fermentiertes Getränk aus Mais durch die Öffnung. Eine Forscherin geht davon aus, dass die Figur für Moctezuma II., den Aztekenherrscher, der auf den spanischen Eroberer Hernán Cortés getroffen ist, hergestellt wurde.
Mexiko, Azteken, 1500 - 1520
© Landesmuseum Württemberg, Foto: Hendrik Zwietasch | Download


Federschild Mäander und Sonne
Mexiko, Azteken, um 1520
© Landesmuseum Württemberg, Foto: Hendrik Zwietasch | Download


Federschild Mäander
Die Federschilde sind auf den aztekischen Tributlisten zusammen mit Festkleidung für adlige Krieger abgebildet. Vermutlich gehörten sie zu Kriegerkostümen, die ebenfalls aus Federn bestanden. Federn waren in der aztekischen Kultur das wertvollste Luxusgut und waren dem Adel vorbehalten. Dennoch muss es Tausende solcher Schilde gegeben haben. Nur vier sind weltweit erhalten. Zwei befinden sich im Landesmuseum Stuttgart, eines im Weltmuseum Wien und eines im Schloss Chapultepec in Mexiko-Stadt.
Mexiko, Azteken, um 1520
© Landesmuseum Württemberg, Foto: Hendrik Zwietasch | Download

Skulptur des Ehecatl

Ehecatl war der Windgott der Azteken. In Zentralmexiko ziehen vor Beginn der Regenzeit Windhosen über die trockenen Hochebenen, daher wird er mit einem Wirbelwind dargestellt. Die Mundmaske ähnelt einem Entenschnabel, sie ist stets Teil der Darstellung. Der mythische Hintergrund Ehecatls ist es, bei der Erschaffung von Sonne und Mond als Ostwind die Gestirne in Bewegung zu versetzen.
Mexiko, Azteken
© Rautenstrauch-Joest-Museum Köln | Download

Pulquebecher
Der Agavenwein pulque ist das traditionelle alkoholische Getränk Mexikos. Zur Aztekenzeit war es der Oberschicht vorbehalten. Der Pulquebecher in Form eines menschlichen Kopfes mit Kopfbedeckung ist reich verziert. Es finden sich Kalenderglyphen, kleine Figuren und eine untergehende Sonne.  Auf der Rück- und Unterseite erkennt man Darstellungen des weiblichen Erdmonsters, das die Sonne am Abend frisst. Diese Schmuckelemente lassen darauf schließen, dass der Becher im Rahmen von Opferritualen verwendet wurde.
Mexiko, Azteken
© KHM Museumsverband, Weltmuseum Wien | Download

Mosaikskulptur, die aztekische Gottheit Xolotl darstellend
Diese vermutlich aus einem Stück Zedernholz geschnitzte und mit Mosaik aus Türkis, Spondylus, Perlmutt sowie Malachit verzierte Skulptur stellt nach neueren Erkenntnissen die aztekische Gottheit Xolotl dar. Er begleitet und beschützt die Sonne auf ihrem Weg durch die Unterwelt, den sie während der Nacht zurücklegen muss. Da Hunde bei den Azteken ebenfalls die Rolle der Begleiter durch die Unterwelt wahrnehmen – allerdings begleiten sie verstorbene Menschen – trägt er häufig, wie auch in diesem Fall, eine Hundemaske mit heraushängender Zunge.
Mexiko, Azteken
© National Museum of Denmark, Kopenhagen | Download


Steinkiste mit Deckel

Diese aus Grünstein gearbeitete Kiste stammt vermutlich aus dem persönlichen Besitz des Aztekenherrschers Montezuma II. Sie hat auf allen Seiten und auch im Innenraum Verzierungen, die die Bedeutung des Herrschers und seine Verbindung zum Kosmos, seine Kommunikation mit den übernatürlichen Kräften, darstellen. Eine Kalenderglyphe, 1 Rohr,  zeigt das Jahr 1519, eine andere das Jahr 1506, das als Herstellungsdatum für die Kiste gilt. Sie mag Instrumente zur Selbstopferung wie Kakteenstacheln beinhaltet haben. Eines der Motive auf der Kiste zeigt ein solches Selbstopfer, in dem Blut mit Hilfe einer Knochennadel aus dem Ohrläppchen entnommen wird.
Mexiko, Azteken
© MARKK, Hamburg, Foto: Paul Schimweg | Download


Adlerkopf, Architekturteil

Der Adlerkopf ist eines der wenigen verbliebenen Bruchstücke aztekischer Monumentalarchitektur. Vermutlich stammt er von einem Palast oder Tempel. Der Adler stand in der aztekischen Kultur für die Sonne, war ein Statussymbol für den Hochadel. Der aztekische Herrscher hielt Adler in seinem Zoo. Sie waren ein wichtiger Teil von Tributzahlungen aus dem nahegelegenen Gebirge. Das Wappen des Staates Mexiko zeigt in der Mitte einen Adler, der auf einem Kaktus sitzt: das Symbol für die ehemalige Aztekenhauptstadt Tenochtitlan.
Mexiko, Azteken
© Royal Museum of Arts and History, Brüssel | Download


Skulptur des Gottes Xochipilli
Xochipilli war in der aztekischen Kultur der Gott der aufgehenden Sonne, des Frühlings, der Blumen und der Musik. Ihm waren Tempel in der Hauptstadt und Opfergaben im heiligen Bezirk gewidmet. Seine helmartige Kopfbedeckung ähnelt dem Kopf eines Vogels, einer tropischen Hühnerart, die in der Morgenfrühe vor allen anderen Vögeln zu singen beginnt. Xochipilli ist eine sinnliche Gottheit, der für die Freuden des Lebens steht. Die ihm gewidmeten Opfergaben enthielten zahlreiche Musikinstrumente.
Mexiko, Azteken
© Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, Foto: Jean Christen | Download

 

Räuchergefäß in Gestalt der Wasser- und Fruchtbarkeitsgöttin Chalchiuhtlicue
Chalchiuhtlicue, »die einen Rock aus Jade trägt«, ist die Göttin der Flüsse, Quellen, Seen und allen Süßwassers. Sie galt als Frau, in manchen Mythen auch Schwester des Regengottes Tlaloc.
Zentralmexiko, aztekisch, Spätphase, frühes 16. Jh.; gefunden in der Nähe des Zeremonialbezirks von Tlatelolco
© Museo Nacional de Antropología, Mexiko-Stadt, D.R. Secretaría de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10-1125; Foto: D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo Nacional de Antropología, Secretaría de Cultura – INAH | Download


Kojote oder junger Wolf

Diese Tierfigur wurde bislang als »gefiederter Kojote« interpretiert, der mit Tezcatlipoca, dem Gott des Krieges und der Zerstörung, in Verbindung stand. Neueste Forschungen am Templo Mayor, bei denen eine Opferkiste gefunden wurde, die unter anderem 27 getötete Wölfe enthielt, lassen jedoch vermuten, dass es sich bei der Skulptur um einen jungen Wolf handelt (Ximena Chávez Balderas, persönl. Mitteilung). Wölfe sind die im sakralen Bezirk Tenochtitlans am meisten geopferten Säugetiere, was man auf die Bedeutung des Wolfes in einem der Opfermythen zurückführt. Einer der Kriegerorden der Azteken bezeichnete sich als »Kojotekrieger«.
Mexiko, aztekisch, Mitte 14. Jh. bis 1521
© Museo Nacional de Antropología, Mexiko-Stadt, D.R. Secretaría de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10 47, Foto: D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo Nacional de Antropología, Secretaría de Cultura – INAH | Download

Datumsstein mit Kalenderzeichen »Feuerstein«
Reliefsteine dieser Art wurden als »Gedenktafeln« in Gebäude integriert. Das vorliegende Stück enthält zwei Daten: »3 Feuerstein «, dargestellt mit einer Feuersteinklinge und drei Punkten für die Zahl »Drei«. Das andere Zeichen, durch Erosion stark beschädigt, gibt vermutlich »12 Eidechse« wieder. Zusammen bedeuten sie Jahr »3 Feuerstein, Tag 12 Eidechse«.
Mexiko, aztekisch, Mitte 14. Jh. bis 1521
© Museo Nacional de Antropología, Mexiko-Stadt, D.R. SecretarÍa de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10-46541, Foto: D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo Nacional de Antropología, Secretaría de Cultura – INAH | Download

Kelch mit appliziertem Schädel aus Ton
Dieser Kelch war Teil eines Paares, das vermutlich zu einer umfangreichen Opfergabe, bestehend aus über 1 000 Keramiken gehörte. Der verantwortliche Archäologe vermutet, dass diese anlässlich der Neufeuerzeremonie 1507, in der Regierungszeit Moctezumas II. niedergelegt wurde. Die aufgemalten roten Streifen stellen eine symbolische Verbindung zu Xipe Totec her, der Totenkopf zum Schädelgestell tzompantli. Der Archäologe vermutet weiterhin, dass diese Kelche mit dem Blut Geopferter gefüllt waren.
Mexiko, mixtekisch, um 1507; gefunden bei Ausgrabungen an der Plaza del Volador, in unmittelbarer Nähe des heutigen Obersten Gerichtshofes von Mexiko Stadt
© Museo Nacional de Antropología, Mexiko-Stadt, D.R. Secretaría de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10-3344, Foto: D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo Nacional de Antropología, Secretaría de Cultura – INAH | Download


Kopf des Gottes Tlaloc
Der Regengott Tlaloc kann an seinen »Kulleraugen« und den langen Frontzähnen, die aus seinem Mund herausragen, erkannt werden. Als Regen- und damit Fruchtbarkeitsbringer war er entscheidend für das Überleben. Während Huitzilopochtli eine aztekische Gottheit ist, hat Tlaloc eine lange Geschichte in den Kulturen Mesoamerikas und wurde von vielen Menschen über Jahrhunderte hinweg verehrt.
Mexiko, aztekisch, Spätphase, frühes 16. Jh.
© Museo Nacional de Antropología, Mexiko-Stadt, D.R. Secretaría de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10-220843, Foto: D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo Nacional de Antropología, Secretaría de Cultura – INAH | Download


Goldbarren
Die Gier nach Gold war die stärkste Antriebskraft für die Invasion Amerikas durch die Spanier. Die einzelnen Soldaten versuchten, möglichst schnell reich zu werden, und die spanische Krone brauchte Mittel, um ihren fortwährenden Krieg gegen protestantische Kräfte in Europa zu finanzieren. Indigene Kunstobjekte wurden für den Transport nach Europa zu Goldbarren eingeschmolzen. Ein spanischer Soldat verlor diesen speziellen Goldbarren vermutlich bei seiner Flucht aus Tenochtitlan während der »Traurigen Nacht« des 30. Juni 1520.
Mexiko, Eroberungszeit, vermutlich 1520
© Museo Nacional de Antropología, Mexiko-Stadt, D.R. SecretarÍa de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10-220012, Foto: D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo Nacional de Antropología, Secretaría de Cultura – INAH | Download


Personifiziertes Steinmesser
Diese Messer werden häufig als »Opfermesser« bezeichnet. Ihre Verzierung legt jedoch nahe, dass sie nie als solche verwendet wurden. Es ist vielmehr wahrscheinlich, dass sie Götter, andere religiöse Protagonisten oder animierte Lebewesen darstellen. Die Messer wurden bemalt, die Augen sind aus Muschel und Obsidian gefertigt.
Mexiko, aztekisch, Spätphase, frühes 16. Jh.; gefunden im Templo Mayor
© Museo del Templo Mayor, Mexiko-Stadt, D.R. Secretaría de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10-250230, Foto: Gliserio Castañeda, D.R. Secretaría de Cultura – INAH | Download


Schädelmaske
Schädelmasken wurden aus den Schädeln besiegter Elitekrieger gefertigt. Die Masken wurden als Grabbeigaben bedeutender aztekischer Herrscher oder Adliger, die eingeäschert und in Urnen beigesetzt wurden, bestattet. Obwohl diese Schädel als »Masken« bezeichnet werden, wurden sie nicht als solche getragen, sondern waren vermutlich Teil eines zeremoniellen Kopfschmuckes oder Gürtels.
Mexiko, aztekisch, 15. Jh.; gefunden im Templo Mayor, Opferdepot Nr. 11
© Museo del Templo Mayor, Mexiko-Stadt, D.R. Secretaría de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10-162934, Foto: Gliserio Castañeda, D.R. Secretaría de Cultura – INAH | Download


Mictlantecuhtli
Mictlantecuhtli ist der Herr der Unterwelt, des Reiches der Toten und der Ahnen. Diese Skulptur wurde im sakralen Bezirk im »Haus der Adler« gefunden. Zusammen mit einer weiteren, nahezu identischen Figur flankierte sie den nördlichen Eingang zum Hauptraum des Gebäudes. Die Himmelsrichtung Norden wurde mit Tod und den Ahnen assoziiert. Ursprünglich war eine Figur blau und rot bemalt, die andere schwarz, braun und rot. Eine Perücke mit schwarzem, gelocktem Haar war in den Löchern am Kopf befestigt. Die Leber Mictlantecuhtlis hängt unter seinem Brustkorb. Der Leber wohnte ihiyotl, »der sakrale Atem«, inne. Dies war eine der drei Seelen, die alle Menschen besaßen, die anderen beiden befanden sich im Herz und im Kopf. Bei ihrer Auffindung war die Figur in Hunderte Einzelteile zerbrochen. Es dauerte fünf Monate, sie auszugraben; die Restaurierungsarbeiten haben fast ein Jahr in Anspruch genommen. Sie wiegt 128 Kilogramm und ist eines der herausragendsten Beispiele der Fertigkeit aztekischer Künstler.
Mexiko, aztekisch, Spätphase, zwischen 1430 und 1502; gefunden im »Haus der Adler« als eine von zwei identischen Skulpturen
© Museo del Templo Mayor, Mexiko-Stadt, D.R. Secretaría de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10-264984, Foto: D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo Nacional de Antropología, Secretaría de Cultura – INAH | Download


Mictlantecuhtli
Die wertvollste und sakralste Opfergabe war das menschliche Herz. Gold, im Nahuatl teocuicatl, »Exkrement der Götter«, genannt, war das wertvollste Rohmaterial. Ein goldenes Herz repräsentierte somit ein unglaublich machtvolles und zugleich kostbares Geschenk an die Götter. Die Durchbohrungen an diesem Stück zeigen, dass es einmal Teil einer Halskette, eines Armbandes oder einer anderen Art von Schmuck gewesen ist. Eine weitere Besonderheit stellt der Stil dar, in dem das Herz gearbeitet ist. Mit den Ausgrabungen am Templo Mayor konnten erstmalig Goldobjekte geborgen werden, die im Tenochtitlan-Stil gearbeitet sind, der sich deutlich vom Stil der mixtekischen Goldschmiede unterscheidet (siehe auch López Luján 2017b). Hierzu gehört auch die Herstellungstechnik. Während mixtekische Goldobjekte im Wachsausschmelzverfahren gefertigt wurden, sind Tenochtitlan-Objekte gehämmert und poliert.
Mexiko, aztekisch, Spätphase, frühes 16. Jh.; gefunden im Templo Mayor
© Museo del Templo Mayor, Mexiko-Stadt, D.R. Secretaría de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10-654079, Foto: Jorge Pérez de Lara, D.R. Secretaría de Cultura – INAH | Download


Ohrringe der Coyolxauhqui
Eines der charakteristischen Attribute der Coyolxauhqui sind ihre Ohrringe. Auf der Steinskulptur, die die Göttin zerschmettert am Fuße des Templo Mayor abbildet, sind sie gut zu erkennen.
Mexiko, aztekisch, Spätphase, frühes 16. Jh.; gefunden im Templo Mayor
© Museo del Templo Mayor, Mexiko-Stadt, D.R. Secretaría de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10-654075, 10-654076, Foto: Jorge Pérez de Lara, D.R. Secretaría de Cultura – INAH | Download 1 | Download 2


Almena

Das Dach des calmecac, der aztekischen Priester- und Eliteschule, war mit vielen dieser almenas geschmückt. Sie zeigen den Querschnitt einer Meeresschnecke. Die halbierte Meeresschnecke war ein Symbol des Quetzalcoatl, Schutzgott des Lernens und Wissens.
Mexiko, aztekisch, Spätphase, frühes 16. Jh.; gefunden im sakralen Bezirk
© Museo del Templo Mayor, Mexiko-Stadt, D.R. Secretaría de Cultura – INAH, Inv. Nr. 10-650652, Foto: Gliserio Castañeda, D.R. Secretaría de Cultura - INAH | Download