Veranstaltungsprogramm

Film & Talk - hybrid | Orient

 

TAVMA FilmClub: Animationsfilm von Jonas Poher Rasmussen + Live-Talk

Dänemark, Frankreich, Norwegen, Deutschland, 2021, 89 Min., Originalversion mit englischen Untertiteln

Flee erzählt die Geschichte von Amin Nawabi, der sich mit einem schmerzhaften Geheimnis auseinandersetzt, das er 20 Jahre lang verborgen hielt. Das Leben, das er für sich und seinen baldigen Ehemann aufgebaut hat, droht, zerstört zu werden. Der Regisseur Jonas Poher Rasmussen erzählt die Geschichte seiner außergewöhnlichen Reise als Flüchtlingskind aus Afghanistan größtenteils mit Hilfe von Animationen. Der Film wurde mit dem Europäischen Filmpreis 2021 ausgezeichnet und 2022 für den Oscar nominiert.

Unser Talk-Gast Monica Hellström ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Sie wurde für "Producer on the Move" in Cannes 2020 ausgewählt und erhielt 2022 den angesehenen "Ib Award" des Danish Board of Film Directors. Im Mai 2022 gründete sie ihr Unternehmen Ström Pictures. Davor war sie seit 2010 Produzentin bei Final Cut for Real und arbeitete zuvor bei Upfront Films und dem Film Workshop des Dänischen Filminstituts. Sie absolvierte 2010 den EAVE Producer Workshop und hat Abschlüsse in Film an der Universität Kopenhagen (Dänemark) und der University of Bedfordshire (Großbritannien).

Nach der Filmvorführung findet ein Gespräch mit Monica Hellström und Lana Mayer von Europe direct, moderiert von Willy Rollé statt. Das Streaming-Publikum wird online dazugeschaltet.

Tavma ist griechisch und bedeutet soviel wie „Wunder“. Und genau das will der TAVMA FilmClub erreichen: mit Filmen, die Menschen berühren und die Welt ein Stück weit verändern. Bekannte Narrative werden dabei in Frage gestellt und neue Arten von Storytelling entdeckt.

Live-Ticket für das Museum: frei
Online-Screening: frei

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Einlass: 18.00 Uhr
Filmstart: 18.15 Uhr



Mit freundlicher Unterstützung und in Kooperation mit:


       

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Flee
TAVMA FilmClub: Film Screening und virtual conversation about the animated film by Jonas Poher Rasmussen

Denmark, France, Norway, Germany, 2021, 89 Min., original version mit English subtitles

Synopsis: Flee tells the story of Amin Nawabi as he grapples with a painful secret he has kept hidden for 20 years, one that threatens to derail the life he has built for himself and his soon to be husband. Recounted mostly through animation to director Jonas Poher Rasmussen, he tells for the first time the story of his extraordinary journey as a child refugee from Afghanistan. The film was awarded the 2021 European Film Award and nominated for an Oscar in 2022.

Our guest (tbc) Monica Hellström is a member of The Academy of Motion Picture Arts and Sciences and was selected for Producer on the Move, Cannes 2020 and was awarded the prestigious ‘Ib award’ by the Danish Board of Film Directors in 2022. She started her company Ström Pictures in May 2022 and has before that been a producer at Final Cut for Real since 2010 and previously worked at Upfront Films and The Danish Film Institute's Film Workshop. She graduated from EAVE Producer Workshop in 2010, holds an MA in film from the University of Copenhagen (DK) and a BA in film from the University of Bedfordshire (UK).

The screening will be followed by a discussion with Monica Hellström and Lana Mayer from Europe direct, moderated by Willy Rollé. The streaming audience will be connected online.

TAVMA’s mission: to question familiar narratives and discover new types of storytelling.

Live on site ticket: free
Online screening: free

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Vortrag |


Referent: Dr. Timo Sedelmeier, Universität Tübingen

Kolonialismus ist ein beliebtes Thema für (Brett-)Spiele, das gerne als Spielhandlungsrahmen verwendet wird. Gleichzeitig mehrt sich die Kritik an den beständigen Neuerscheinungen von Spielen mit einer Kolonialisierungsstory und dem Umgang mit dem Thema Kolonialismus in den Spielen. Vor diesem Hintergrund geht der Vortrag anhand ausgewählter Fallbeispiele der Frage nach, wie das Thema Kolonialismus umgesetzt wird, ethnische Stereotype reproduziert werden und dies in den einschlägigen Brettspiel-Foren diskutiert wird.

Vor dem Vortrag wird der Geographie-Sonderpreis der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde an Abiturient*innen verliehen.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Spielfilm | Orient


© Aflam Wardeshan, Amerikafilm



Der Titel des ägyptischen Popsongs "Bashtaalak Sa'at" ("Ich vermisse dich manchmal") und das Sonett "Shall I Compare You To A Summer's Day" von Shakespeare hinterfragen Raum und Zeit der Erzählung. Eine Erzählerin berichtet von einer Begegnung zweier Männer. Eine Liebesgeschichte – wo beginnt sie? Ein Blick, ein Lächeln, ein Rendezvous. Regisseur Mohammad Shawky Hassan adaptiert Geschichte und Handlung von "Tausendundeine Nacht" und erzählt eine queere Liebesgeschichte.

Dieser experimentelle Spielfilm spielt mit den Grenzen von Sprache und kulturellen Traditionen. Bereits vor seiner Premiere bei der diesjährigen Berlinale löste er heftige Kontroversen und Reaktionen in Ägypten aus.

Regie: Mohammad Shawky Hassan, Ägypten/Libanon/Deutschland 2022, 66 min., OF m. engl. UT

Ort: Linden-Museum Stuttgart

Eintritt: EUR 5,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Tipp: Nach dem Film gibt es um 19.30 Uhr eine kurze Tanzaufführung.

Im Rahmen des Afrika Film Festival (24.11. - 4.12.) in Kooperation mit:

 

 

Spielfilm | Orient


© MVD, Hakka, Propaganda Productions



März 2020, eine Pandemie breitet sich weltweit aus. Kais, Sarra und ihre Katze versuchen, mit dem neuen Alltag zurechtzukommen. Sarra arbeitet im humanitären Bereich und hilft Menschen in Not. Die Pandemie ist ihrer Situation nicht gerade förderlich. Denn Kais leidet unter einer psychotischen Störung und ist auf Medikamente angewiesen. Er verändert sich immer mehr im Laufe der Zeit. Regisseur Nejib Belkadhi, der auch die Rolle von Kais übernimmt, nähert sich mit dem Lockdown einer anderen Art der Isolierung an, der Schizophrenie. Communion ist ein kammerspielartiger Thriller in Schwarz-Weiß, der diese Zeit des Stillstands einfängt und Fragen zur heutigen Welt aufwirft.

Regie: Nejib Belkadhi, Tunesien 2021, 80 min., OF m. engl. UT

Ort: Linden-Museum Stuttgart

Eintritt: EUR 5,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Tipp: Vor dem Film gibt es um 19.30 Uhr eine kurze Tanzaufführung.

Im Rahmen des Afrika Film Festival (24.11. - 4.12.) in Kooperation mit:

 

 

Spielfilm | Afrika


© MUBI



In der äthiopischen Region Harar träumt Mami davon, nach Europa aufzubrechen, und befragt seinen Freund Ibrahim zu dessen Reise und den Gründen seiner Rückkehr. Andere entfliehen dem Alltag mit dem Kauen von Khat. Der Pflanze mit der stimulierenden Wirkung werden mystische Kräfte zugeschrieben. Ihr Gebrauch geht auf die Sufi-Tradition zurück, er soll den Weg in die Ewigkeit weisen. Die aus dieser Region stammende Regisseurin Jessica Beshir beschreibt die Entwicklung des Khat-Anbaus und -Konsums als Folge der politischen und wirtschaftlichen Krise Äthiopiens sowie der Klimaerwärmung. Faya Dayi ist eine hypnotische Versenkung in den Mythos und die Wirklichkeit des ländlichen Lebens der Oromo.

Regie: Jessica Bahir, Äthiopien/USA/Qatar 2021, 118 min., OF m. engl. UT

Ort: Linden-Museum Stuttgart

Eintritt: EUR 5,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Im Rahmen des Afrika Film Festival (24.11. - 4.12.) in Kooperation mit:

 

 

Vortrag | Benin-Präsentation Afrika



Vortrag von Prof. Dr. Barbara Plankensteiner


Die inzwischen vorrangig als koloniales Raubgut bekannte Kunst des westafrikanischen Königreichs Benin gehört zu den herausragenden Kulturschätzen Afrikas. Der Vortrag gibt einen Überblick über ihre 500-jährige Geschichte und Bedeutung. In diesem Zusammenhang wird auch der heutige Stellenwert für die Edo-Bevölkerung und den Königshof in Benin City Nigeria betrachtet und besprochen, warum die Restitution der Werke einen Akt der Gerechtigkeit darstellt.

Prof. Dr. Barbara Plankensteiner ist Direktorin des MARKK in Hamburg.

Gebühr: EUR 5,-/3,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

 

Ausstellungseröffnung | LindenLAB 7



Was ist ein "gutes Leben"?

Das LindenLAB 7 erschließt und erklärt das philosophische und kosmologische Konzept des „buen vivir“, „guten Lebens“, der Mapuche anhand einer von Projektpartner*innen in Contulmo, Wallmapu (Südchile), hergestellten neuen, zeitgenössischen Sammlung von Silberschmuck und zwei Trachten von Schamanenhelfer*innen. Was bedeutet den Mapuche ihr Land, die Territorien ihrer Ahn*innen? Wie treten sie in Kontakt mit diesen Ahn*innen, den Wissensträgern ihrer Kultur?

Die Mapuche in Süd-Chile waren bis 1883 autonom und wohlhabend. Die Eroberung durch das chilenische Militär kostete die Hälfte der Mapuche-Bevölkerung ihr Leben, sie verloren über 90 % ihrer Territorien und stürzten in absolute Armut. Danach wurden bewusst europäische, vor allem deutsche Siedler*innen angeworben, um das Land zu kolonisieren. Holzkonzerne bewirtschaften außerdem einen großen Teil des Mapuche-Gebietes durch das Anlegen von Eukalyptus- und Pinienplantagen zur Herstellung von Zellstoff.

Das LindenLAB 7 möchte neue Möglichkeiten des Sammelns eines ethnologischen Museums aufzeigen und Weltbilder kontrastieren, die Menschenverachtung des Kolonialismus beleuchten. Es entsteht in partizipativer Zusammenarbeit mit Vertreter*innen der Mapuche aus Contulmo, Wallmapu, heute Teil von Chile.

Die Eröffnung gestalten die Projektpartner*innen.    

Eintritt frei

Das LindenLAB wird gefördert im Rahmen der Initiative für Ethnologische Sammlungen der Kulturstiftung des Bundes.

Nähere Informationen: www.lindenlab.de

      

Ausstellungseröffnung | LindenLAB 3



Whakawhānaungatanga – Connecting taonga Māori

Etwa 150 Taonga Māori (Māori-Schätze) aus Aotearoa Neuseeland gelangten ab 1899 in die Sammlung des Linden-Museums. Über ihre vorherige Geschichte, Whakapapa, ist wenig bekannt. Angeleitet von Māori-Forscher*innen geht LindenLAB 3 dieser nach und erörtert, wie sie eine Bedeutung, Mana und Kōrero zwischen Māori und Museumsmitarbeiter*innen schafft. Es werden Verbindungen aufgezeigt, die die Sammlung mit Individuen und lokalen Gemeinschaften, mit der Geschichte von Institutionen und Nationen verknüpft – ohne dabei die kulturellen und künstlerischen Bedeutungen und Lebendigkeit zu vernachlässigen.

Die Eröffnung in Form einer morgendlichen Zeremonie gestalten die Projektpartner*innen.   

Eintritt frei
Um Anmeldung wird gebeten:
Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Das LindenLAB wird gefördert im Rahmen der Initiative für Ethnologische Sammlungen der Kulturstiftung des Bundes.

Nähere Informationen: www.lindenlab.de

      

Ausstellungseröffnung | LindenLAB 8



Mit Prof. Dr. Inés de Castro und Janette Helm


Labore sind Experimentierfelder utopischen Denkens. In sieben LindenLABs zu den Themen Provenienz, Partizipation und Präsentation haben wir in den letzten vier Jahren viel ausprobiert. Zum Abschluss bleiben aber Fragen: Was genau haben wir erprobt? Was bleibt von diesem Experiment? Was werden wir wieder verwerfen? Wie lässt sich das Projekt langfristig auf die Museumsarbeit übertragen? Und wie werden wir einem vielseitigen gesellschaftlichen Anspruch als ethnologisches Museum gerecht?

Mit LAB 8 machen wir Erkenntnisse aus dem LindenLAB noch einmal im Museum sichtbar. An ausgewählten Orten werden in fünf Themenfeldern Erfahrungen und Ideen für die Weiterentwicklung des Museums skizziert.

Eintritt frei

Das LindenLAB wird gefördert im Rahmen der Initiative für Ethnologische Sammlungen der Kulturstiftung des Bundes.

Nähere Informationen: www.lindenlab.de

      

Musik und Tanz | Ozeanien



Lieder und Tänze der Māori

Ngāti Rānana zeigt seit 1958 Māori-Kultur. Damals kam eine Gruppe von Neuseeländer*innen im Londoner Stadtteil Putney zusammen, um ihre Erfahrungen und Neuigkeiten aus der Heimat auszutauschen und Māori zu sprechen. Sechzig Jahre später trifft sich die Gruppe weiterhin wöchentlich in London, um ihre Kultur und Sprache zu praktizieren. Für viele Neuseeländer*innen ist sie eine Art zweites Zuhause geworden. Im Linden-Museum wird Ngāti Rānana traditionelle indigene Lieder und Tänze wie Haka und Poi vorführen und so Einblicke in die Kultur der Māori geben.

Eintritt: EUR 20,-/17,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Gefördert von:

Vortrag |



Referent: PD Dr. Harald Neidhardt, Universität Tübingen


Bei dem Reaktorunglück von Fukushima wurden, ähnlich wie in Tschernobyl, große Mengen an Radioisotopen wie 131Iod und 137Cäsium in die Umwelt freigesetzt. Wir gehen der Frage nach, was mit diesen gesundheitsgefährdenden Radioisotopen geschehen ist und beleuchten dabei Eintragspfade in Pflanzen, Böden und Gewässer, sowie biogeochemische Prozesse, welche die Mobilität von Radioisotopen entscheidend steuern.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vorführung | Ostasien



Tee trinken und den Lärm der Welt vergessen in der hohen Schule der Teekunst aus ihrem Ursprungsland China

In Kooperation mit der Bambusbrücke Stuttgart e. V.

Eintritt: EUR 4,-/3,- inkl. Dauerausstellungen

Vortrag |




Der anthropogene Einfluss auf die Dynamiken von Landschaften

Referent: Prof. Dr. Thomas Glade, Universität Wien


Landschaften verändern sich seit Jahrmillionen. Inzwischen greift jedoch der Mensch so stark in die Natur ein, daß sich Umweltveränderungen beschleunigen, Extreme hervorrufen oder zu ganz neuen, in dieser Form bisher noch nie erlebten Ausprägungen führen. Verschiedenste anthropogen bedingten Landschaftsveränderungen werden in ganz unterschiedlichen Regionen der Erde präsentiert und in internationale Strategien und Konzepte eingebettet.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Segnungsritual und Vortrag | Süd-/Südostasien



Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Tibethaus Deutschland in Frankfurt/Main

Mit Shenphen Rinpoche, Elke Hessel und Dr. Karsten Schmidt


Seit 1990 besitzt das Linden-Museum eine seltene Statue eines stehenden Manjushri, dem Bodhisattva der Weisheit, wahrscheinlich aus dem 11. Jh. stammend. Seit dem 22. November 2022 ist die Statue Teil einer neuen Präsentation in der Dauerausstellung Südasien. An diesem Nachmittag führt zunächst Shenphen Rinpoche, der tibetische Gelehrte und Residenzlama des Tibethauses, ein Segnungsritual durch, um die Statue wieder „spirituell zu ermächtigen“. Danach hält der Religionswissenschaftler Dr. Karsten Schmidt einen Impulsvortrag über die historischen und philosophischen Hintergründe im Mahayana-Buddhismus und erklärt, was einen Bodhisattva oder Buddha wie Manjushri ausmacht. Elke Hessel, geschäftsführender Vorstand des Tibethauses, gibt abschließend anhand der Symbolik der Statue und des Segnungsrituals einen kurzen Einblick in die Gedankenwelt des indotibetischen tantrischen Buddhismus. Abschließend stellen sich die Referent*innen den Fragen des Publikums und treten in einen lebendigen Austausch.

Eintritt frei
Reservierung:
Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Vortrag | Afrika



Die Revitalisierung von Rindenbast in zeitgenössischen Initiativen ugandischer Künstlerinnen

Referentin: Dr. Fiona Siegenthaler, Linden-Museum Stuttgart


Mit dem Eintrag in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit (2008) wurde die lange aus dem kulturellen Bewusstsein verdrängte Herstellung von Rindenbaststoff in Buganda rehabilitiert. In der zeitgenössischen, global vernetzten Kunst- und Designpraxis Ugandas erfährt Rindenbaststoff neue kulturelle, politische und wirtschaftliche Bedeutungen und ist Gegenstand einer Vielfalt gestalterischer Innovation.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag |




Strategien der Modernisierung und Widersprüche megastädtischen Lebens

Referent: Prof. Dr. Christoph Dittrich, Universität Göttingen


In den indischen Megastädten konzentrieren sich die ganze Widersprüchlichkeit von Globalisierung und das paradoxe Verhältnis zwischen Luxus und Elend auf engstem Raum. Der Vortrag basiert auf jahrelangen eigenen Forschungen und thematisiert am Beispiel der Großmetropolen Bengaluru (Bangalore) und Hyderabad die fragmentierten Lebenswelten und drängendsten Problemlagen und fragt auch nach Lösungsansätzen.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Podiumsdiskussion | Nordamerika

  
Fotos: Amber Dawn Bear Robe, Tristen Durocher


Mit Jessa Calderon, Amber Dawn Bear Robe, Tristen Durocher und Jules Koostachin
Moderation: Nina Reuther


Ob zu Fasching oder Halloween, immer noch sind Winnetou, Pocahontas und Yakari beliebte Verkleidungen bei Jung und Alt. Dabei wird außer Acht gelassen, dass solche Kostüme Stereotype bedienen, die die Kolonialisierung Nordamerikas verharmlosen und kulturelle sowie spirituelle Praktiken indigener Völker zu einem Jux degradieren. Im deutschsprachigen Raum wächst die Sensibilität für diese Problematik der kulturellen Aneignung. Nachdem eine Hamburger Kindertagesstätte 2019 empfahl, auf „Indianer-Kostüme“ zu Fasching zu verzichten, war der öffentliche Diskurs zunächst verhalten, gewann aber seit vergangenem Sommer durch die so genannte „Winnetou-Debatte“ an Dynamik.

Unsere Diskussionsrunde erläutert aus unterschiedlichen Perspektiven, was an Verkleidungen oder Spielen wie „Cowboy und Indianer“ problematisch ist und worin der Unterschied zwischen kultureller Wertschätzung und kultureller Aneignung liegt. Das Panel besteht aus indigenen Expert*innen aus Kanada und den USA – von der Filmemacherin über Musiker*innen bis zur Kunsthistorikerin.

Die Veranstaltung findet auf Englisch ohne Übersetzung statt.

In Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Zentrum Stuttgart (DAZ) im Rahmen von "Das Nordamerika-Filmfestival"

Eintritt: EUR 5,-/3,-/DAZ-Mitglieder frei
Anmeldung bis 27.1. über das Deutsche-Amerikanische Zentrum: anmeldung@remove-this.daz.org

     
 

Vortrag | Sonderausstellung



Referentin: Prof. Dr. Gabriele Alex, Universität Tübingen


In Tamil Nadu findet sich eine große Bandbreite an traditionellen Heilpraktiken, die in Bezug auf Medikamente und Therapien viele Schnittmengen mit den staatlich etablierten Traditionen wie Ayurveda oder Siddha aufzeigen. In Tamil werden diese als nāṭṭu maruntu (Landmedizin) oder pacillai (grüne Blätter) bezeichnet. Gabriele Alex beschreibt einige dieser Traditionen und erarbeitet aus Fallstudien, wie sich die Behandlungswahl gestaltet.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag |


Was lehrt uns die Geschichte und Geografie?

Referent: Prof. Dr. Gerhard Gerold, Universität Göttingen

Globale Klimaveränderung und Klimakollaps ist in Medien und Gesellschaft ein inzwischen viel beachtetes Thema geworden. Der Zusammenbruch alter Hochkulturen wird dabei in Verbindung mit plötzlichen Klimaveränderungen gebracht.

Anhand neuester Forschungsergebnisse wird die Rolle von Klimaveränderung für den Kollaps alter Hochkulturen zu unterschiedlichen Zeiten und Kontinenten - von Mesopotamien bis nach Grönland - diskutiert. Dabei erfolgt eine Zusammenschau von archäologischen und paläoklimatischen Erkenntnissen unter Berücksichtigung der damaligen ökonomischen, politischen und religiös-kulturellen Verhältnisse.

Kollaps oder Transformation unter sich stark ändernden Umweltbedingungen wie auch heute mit Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Ressourcendegradation können nur multifaktoriell behandelt werden.

Eine detaillierte Analyse der schon in historischer Zeit bestehenden komplexen Vernetzung kulturgeschichtlicher und umweltökologischer Bedingungen zeigt eine große Aktualität für unsere heutige globalisierte Welt. Anhand zahlreicher Beispiele kann ein Vergleich damaliger und heutiger Umweltkrisen durchgeführt werden. Der Covid-19-Pandemieschock sollte die Gesellschaften zu gemeinsamem Vorsorgehandeln wachrütteln, damit nicht wie in der Vergangenheit mit Festhalten an gewohnten Wirtschafts-, Lenkungs- und Handelsstrukturen insbesondere auch durch die Eliten der nächste Kollaps einsetzt.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag | Ozeanien




Referent: Norbert Pötzsch, M. A., Universität Göttingen


Das Königreich Tonga versucht gegen die Folgen des Klimawandels vorzugehen, indem Emissionen verringert werden sollen. Gegensätzlich dazu bedingt der Wunsch nach Konsum innerhalb der eigenen Bevölkerung einen steigenden Energiebedarf, der durch fossile Brennstoffe gedeckt wird und somit weitere Emissionen erfordert. Der Vortrag betrachtet diese Entwicklungen und (fehlende) Alternativen vor Ort.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag | Sonderausstellung


Foto: Supun D. Hewage


Referent: Prof. Dr. Benedikt Korf, Universität Zürich

Sri Lanka gibt in letzter Zeit vor allem als Krisenland von sich zu reden: Wirtschaftskrise, Massenproteste, Regierungskrise. Dieser Vortrag legt die vielfältigen Konfliktlinien offen, die hinter dieser Krise stehen, und zeichnet die Geographien der Gewalt nach, die Sri Lanka seit der Unabhängigkeit prägen.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag | Ozeanien







Lavinia Ketchell arbeitet an einer Seeschildkröte
©Erub Arts Courtesy of Arts d'Australie,
Foto: Lynnette Griffiths



Referentin: Dr. Stephanie Walda-Mandel, Übersee-Museum Bremen

Torres Strait Islanders und Australian Aboriginals verarbeiten an ihren Küsten angeschwemmte, herrenlose Fischernetze zu faszinierenden Skulpturen, um auf deren Gefahr als tödliche Fallen für zahlreiche Meeresbewohner aufmerksam zu machen. Dabei verwenden sie traditionelle Techniken und Totemtiere als Inspiration, um ihr kulturelles Erbe mit einer aktuellen Umweltthematik zu verknüpfen.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag | Sonderausstellung



Referent: PD Dr. Carsten Butsch, Universität Köln

Ein Bild zur Beschreibung der "Diaspora" ist der Banyan Baum. Um seine ausladende Krone zu stützen, wachsen ihm neue Wurzeln abseits des Stammes. Genau so haben zahlreiche Gemeinschaften, die ursprünglich aus Indien stammen, weltweit Wurzeln geschlagen. In dem Vortrag wird dargestellt, wie sich die indischen Diasporagemeinschaften in Deutschland entwickelt haben und wie sie auf vielfältige Weise sehr aktive Verbindungen in ihre Heimatregionen unterhalten.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag | Sonderausstellung



Referent: Dr. Torsten Tschacher, Universität Heidelberg


Tamil Nadu wird selten mit dem Islam in Verbindung gebracht. Trotzdem hat sich in dieser Region eine reiche islamische Kultur entwickelt, die eng mit muslimischen Gesellschaften in Indonesien und Malaysia verbunden ist und wichtige Beiträge zu Wirtschaft und Kultur Tamil Nadus geleistet hat. Die Geschichte des Islam in Tamil Nadu und die Gegenwart von Muslim*innen in der Region sollen in diesem Vortrag vorgestellt werden.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.