Veranstaltungsprogramm

Sonntag, 17. November | 11.00 Uhr - 00.00 Uhr

Scharf und süß?!

Thementag | Sonderausstellung



Der Ursprung von Chili, Mais und Schokolade

Viele bekannte Nahrungsmittel kommen ursprünglich aus Mexiko und wurden von dort in die ganze Welt gebracht. An diesem Thementag stehen Lebensmittel auf unterschiedlicher Art und Weise im Mittelpunkt.

Programm


11 Uhr

Mais – Von der „Speise der Götter“ zur modernen Kulturpflanze

Prof. Dr. Thomas Miedaner, Landessaatzuchtanstalt, Universität Hohenheim, Stuttgart
Als Kolumbus 1492 in der Karibik landete, hatte der Mais schon eine vieltausendjährige Geschichte hinter sich. Neue molekulare Daten zeigen, dass sich der Mais vor ca. 9.000 Jahren von seinem mexikanischen Vorfahr, der Balsas-Teosinte, trennte. Damit beginn seine In-Kulturnahme (Domestikation). Rund 1.500 Jahre später war Mais für die indigenen Bewohner Mexikos eine wichtige Kulturpflanze und blieb es bis heute. Für die Azteken war er geradezu die Basis ihrer Ernährung und wurde gleich durch mehrere Gottheiten beschützt. In Abhängigkeit vom Maiswachstum fanden im Jahr mehrfach Opferrituale statt, die seine Entwicklung fördern und eine reiche Ernte bewirken sollten. Obwohl schon Kolumbus Mais nach Europa brachte, wusste man lange nicht, ihn richtig zu verwenden. In Deutschland nahm der Maisanbau in besonders günstigen Lagen Anfang des 19. Jahrhunderts zu. Richtigen Rückenwind erhielt er aber erst seit den 1970er Jahren durch die Einführung der Hybridzüchtung. Heute ist Mais unsere zweitwichtigste Ackerfrucht und als Tierfutter und Energiepflanze nicht mehr wegzudenken.

Der Autor ist apl. Professor an der Universität Hohenheim und beschäftigt sich an der dortigen Landessaatzuchtanstalt mit der Züchtung von Roggen und der Vererbung von Krankheitsresistenzen bei kleinkörnigen Getreiden und Mais

14 Uhr
Die Alte Welt des Chili

Mit Gerald Zhang-Schmidt, wissenschaftlicher Spezialist bei "World Chili Aliance"
Auf der Suche nach Pfeffer wurde Amerika entdeckt – und damit, Chili gefunden und zur Herrschaft über viele Küchen der Welt gebracht. Seine Normalität und sein Kultstatus verbergen die Vielfalt, die sich in seiner alten Welt schon über Jahrtausende entwickelt hatte und mit den Azteken zu einer Blüte fand. Chili war für sie so essentiell wie Salz. Es gab dutzende Sorten, die aus allen Ecken des Reiches auf den Markt gebracht wurden. Chili war Tributzahlung und Kampfmittel im Aufstand gegen die Obrigkeit. Es war Medizin, Mittel der Kindererziehung und geradezu sexuelle Würze. So manche dieser Ideen bestehen auch im modernen Mexiko weiter, manche sind auch andernorts neu entstanden. Chili ist einfach nicht nur scharf, es ist eine ganze Welt!

14-16 Uhr
Schlange, Wasserfloh oder Wolf - Welche Skulptur gefällt dir?
Kinderprogramm

Du kannst sie aus Maisbausteinen fantasievoll und farbenfroh nachbauen.

14.30 und 15.30 Uhr
Kinderführungen
Speis und Trank

Was wäre die Welt ohne Popcorn, Kaugummi und Schokolade. Die Azteken opferten ihren Göttern viele Gaben, als Dank für die vielfältigen Nahrungsmittel, die auch später überall in der Welt bekannt wurden. Chicomecoatl war zum Beispiel die Göttin der Nahrungsmittel, der Erde und des Maises. Um für eine gute Ernte zu sorgen brachte man ihr und dem Regengott Tlacloc Opfergaben.

EUR 3,- zzgl. Sonderausstellungseintritt