Veranstaltungsprogramm

Sonntag, 29. September | 14.00 Uhr

Propaganda-Kimonos aus Japan

Sammlungspräsentation | Ostasien



Das Linden-Museum Stuttgart konnte dank der Förderung der Kulturstiftung der Länder eine Sammlung von 46 japanischen Kriegsmotiv-Kimonos und -Textilien erwerben. Drei Kimonos sowie zwei Obi (Stoffgürtel) werden bereits in der Dauerausstellung präsentiert. Fünf weitere Kimonos werden einmalig nur heute im Wanner-Saal gezeigt.

Begrüßung:
Prof. Dr. Inés de Castro, Direktorin des Linden-Museums Stuttgart

Vortrag:
Krieg als Mode?
Über die Bedeutung von japanischen Kriegsmotiv-Kimonos
Referent: Klaus J. Friese


Würden Sie gerne grafische Darstellungen von Luftkämpfen oder Panzern auf Ihrer Kleidung tragen? Oder gar auf Ihrer Unterwäsche?

1894/95, während des (ersten) Chinesisch-Japanischen Krieges, entstanden die ersten japanischen Textilien, welche traditionellen Schnitt mit der Darstellung moderner Kriege kombinierten. Zwischen ca. 1932 und 1942 wurden solche Kleidungsstücke mit Abbildungen von Panzern, Flugzeugen, Soldaten und Gewehren als Massenware hergestellt.

Was machte die Attraktivität dieser Kleidungsstücke aus? Handelte es sich um staatliche Kriegspropaganda, japanische Tradition oder eine Modeerscheinung ohne tiefere Bedeutung? Ziel des Vortrages ist es, vor dem Hintergrund des historischen Kontexts verschiedene mögliche Erklärungen für dieses Phänomen vorzustellen.

Klaus J. Friese schloss seinen Master in Ethnologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München ab, wo er auch als Lehrbeauftragter tätig ist. Sein regionaler Schwerpunkt ist Japan. Zur Zeit forscht er zum Thema "Ästhetik des Krieges" am Beispiel der materiellen Kultur, der Künste und Medien Japans in der Zeit zwischen 1894 und 1945.

Musikalische Umrahmung: Trommelgruppe Tenma Daiko

Eintritt frei