Events

Vorführung | Ostasien

 

Mit Yaeko Heinisch, Omotesenke-Teeschule

Omotesenke ist eine der führenden Schulen für die japanische Teezeremonie „Chanoyu“, was übersetzt „Der Weg des Tees“ bedeutet. Sie führt „Wabicha“, eine Form der Zeremonie, weiter, bei der Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit im Vordergrund stehen. Vor über 400 Jahren wurde diese Zeremonie durch den Tee-Meister Sen no Rikyu zur Perfektion gebracht. Yaeko Heinisch, Lehrerin der Omotesenke-Teeschule Stuttgart, vermittelt den Besucher*innen einen ersten Einblick in die Zeremonie: Durch die Zubereitung einer Schale Tee aus pulverisiertem Grüntee lernt man nicht nur die traditionelle japanische Gastfreundlichkeit kennen, sondern nähert sich auch einem Kern der japanischen Kultur.

Gebühr: EUR 4,-/3,- inkl. Dauerausstellungen
Anmeldung bis 6.10.: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Arabisches Filmfestival | Orient


© Alia Films


Das Arabische Filmfestival Tübingen - Stuttgart ist das älteste und wichtigste Festival für den neuen arabischen Film im deutschsprachigen Raum. Ein thematischer Fokus liegt diesmal auf Algerien, anlässlich des 60. Jahrestags seiner Unabhängigkeit von 132-jähriger französischer Kolonialherrschaft (1830 - 1962). Drei Filme werden an diesem Sonntag gezeigt.

15 Uhr
Timgad
Spielfilm für Familien von Fabrice Benchaoche

Algerien, Frankreich, Belgien 2016, 96 Min., Originalfassung (Arabisch, Französisch) mit dt. Untertiteln, FSK 6, empfohlen ab 10

Wie durch ein Wunder werden in dem kleinen algerischen Ort Timgad, der durch seine antiken römischen Ruinenfelder bekannt ist, am 4. Dezember 1996 zwölf Kinder geboren, elf Jungen, die „Söhne eines Tages“, und ein Mädchen. Kurz darauf wird der Ort von fanatisierten Djihadisten überfallen, wobei die Väter der Jungen fast alle ums Leben kommen. Zehn Jahre später gründet der fußballbegeisterte Dorfschullehrer Mokhtar mit den elf Jungen seiner Klasse den Fußballclub Juventus Timgad. Er hat sich vorgenommen, mit seinem Team an der Fußballmeisterschaft in Marseille teilzunehmen und den Kindern auf diese Weise eine bessere Zukunft in einem neuen Algerien zu ermöglichen. Ohne anständige Schuhe und einen fähigen Coach haben die Jungen leider bisher fast jedes Fußballspiel verloren. Insbesondere ihr Gegner Batna hat sich dabei zu einem echten Rivalen herauskristallisiert. Doch dann kommt eines Tages Jamel, ein französisch-algerischer Achäologe aus Marseille, ins Dorf Timgad. Und der Neuankömmling versteht etwas von Fußball.

Eintritt frei!



© VraiVrai Films
 

17 Uhr
No More Stories! - Ne nous racontez plus d'histoires
   
Dokumentarfilm von Carole Filiu-Mouhali und Ferhat Mouhali
Algerien, Frankreich 2020, 89 Min., Originalfassung (Tamazight, Französisch, Arabisch) mit engl. UT

Sie ist Französin, er ist Algerier. Ihre gesamte Kindheit war vom Algerienkrieg geprägt. Jeder hatte das Recht auf seine Version der Geschichte: Für die Journalistin Carole Filiu-Mouhali, Tochter eines Pied-noir, ist es die traumatische Erinnerung einer erzwungenen Ausreise, für den Regisseur und Menschenrechtsaktivisten Ferhat Mouhali die mythische Darstellung einer glorreichen Unabhängigkeit. Weit entfernt von der offiziellen Geschichtsschreibung treffen sie auf Zeitzeugen, deren Worte absichtlich vergessen wurden, und die gegen den Krieg der Erinnerungen kämpfen, um einer versöhnlicheren Wahrheit Gehör zu verschaffen.

Jahrzehntelang herrschte in Algerien und Frankreich eine offizielle Amnesie. Paris weigerte sich, über den "Krieg" zu sprechen, Algier lehnte jede Darstellung ab, die nicht der offiziellen Linie der Nationalen Befreiungsfront (FLN) entsprach, die von 1962 bis 1989 die einzige Partei war und 1999 wieder an die Macht kam. Auf beiden Seiten des Mittelmeers war die Bevölkerung gezwungen, ihr Leid, ihre Erinnerungen an Vertreibung und Folter zu verdrängen. Dieser Krieg, der sieben Jahre dauerte, soll mehr als eine Million algerische Todesopfer gefordert haben. Sowohl Algeriens als auch Frankreichs neue Generationen wollen wissen und verstehen. Der Dokumentarfilm Ne nous racontez plus d'histoires trägt dazu bei, das Schweigen zu brechen, und lässt Zeitzeug*innen zu Wort kommen, deren Schilderungen von der offiziellen Geschichtsschreibung abweichen.

Unkostenbeitrag: EUR 6,-



© Agat Films / Birth Productions


19 Uhr
The Last Queen - El Akhira

Spielfilm von Adila Bendimerad und Damien Ounouri
Algerien, Frankreich, Saudi Arabien, Katar, Taiwan, 2022, 110 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. UT

1516. Der Pirat Aroudj Barbarossa befreit Algier von der Tyrannei der Spanier und ergreift die Macht über das Königreich. Gerüchten zufolge hat er König Salim Toumi ermordet, obwohl er mit ihm ein Bündnis geschlossen hatte. Trotz aller Widrigkeiten wird sich eine Frau Barbarossa entgegenstellen: Königin Zaphira. Das Leben dieser Frau, die teils Geschichte, teils Legende ist, erzählt von einem kompromisslosen Kampf, von persönlichen und politischen Turbulenzen, die sie um Algiers willen ertragen hat.

Der erste Spielfilm von Adila Bendimerad, die ebenso die Hauptrolle als Königin Zaphira übernimmt, und Damien Ounouri ist ein bildgewaltiges historisches Epos über das Leben der Königin, die eine Zeit großer Veränderungen in der kosmopolitischen und sich mit der Ankunft der Spanier und der ersten Osmanen ständig verändernden Stadt Algier erlebt. The Last Queen lief jüngst auf dem Filmfestival in Venedig 2022 (Giornate degli Autori).

Unkostenbeitrag: EUR 6,-


Reservierungen: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Im Rahmen von: Arabisches Filmfestival Tübingen - Stuttgart

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5 pm
No More Stories! - Ne nous racontez plus d'histoires
    
Documentary by Carole Filiu-Mouhali and Ferhat Mouhali
Algeria, France 2020, 89 min., original version (Tamazight, French, Arabic) with English subtitles

She is French, he is Algerian. Their entire childhood was marked by the Algerian war. Everyone had the right to their version of history: for the journalist Carole Filiu-Mouhali, daughter of a pied-noir, it is the traumatic memory of a forced departure, for the director and human rights activist Ferhat Mouhali it is the mythical account of a glorious independence. Far from the official historiography, they meet contemporary witnesses whose words have been deliberately forgotten and who fight against the war of memories to make a more conciliatory truth heard.

For decades, official amnesia prevailed in Algeria and France. Paris refused to talk about the "war", Algiers rejected any account that did not conform to the official line of the National Liberation Front (FLN), which was the only party from 1962 to 1989 and returned to power in 1999. On both sides of the Mediterranean, the population was forced to repress their suffering, their memories of displacement and torture. This war, which lasted seven years, is said to have claimed more than one million Algerian lives. Both Algeria's and France's new generations want to know and understand. The documentary film Ne nous racontez plus d'histoires contributes to breaking the silence and allows contemporary witnesses to speak whose accounts differ from the official historiography.

Admission: EUR 6.00

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7 pm
The Last Queen - El Akhira
Feature film by Adila Bendimerad and Damien Ounouri

Algeria, France, Saudi Arabia, Qatar, Taiwan, 2022, 110 min., original version (Arabic) with English subtitles

In 1516, the pirate Aroudj Barbarossa liberates Algiers from Spanish tyranny and seizes power over the kingdom. Rumour has it that he assassinated King Salim Toumi, although he had made an alliance with him. Against all odds, one woman will oppose Barbarossa: Queen Zaphira. The life of this woman, part history, part legend, tells of an uncompromising struggle, of personal and political turmoil she endured for the sake of Algiers.

The first feature film by Adila Bendimerad, who also stars as Queen Zaphira, and Damien Ounouri is a visually stunning historical epic about the life of the queen as she experiences a time of great change in the cosmopolitan and ever-changing city of Algiers with the arrival of the Spanish and the first Ottomans. The Last Queen recently screened at the Venice Film Festival 2022 (Giornate degli Autori).

Admission: EUR 6.00

Reservations: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Arabisches Filmfestival | Orient


© Oscilloscope Laboratories
 

Dokumentarfilm von Rita Baghdadi
Libanon, USA 2022, 78 Min., Originalfassung (Arabisch, Englisch) mit engl. Untertiteln

Libanesisch, weiblich, queer – und eine Thrash-Metal-Band: Slave of Sirens betritt mit wilden Haaren und in Lederstiefeln die Bühne und schreit ihre rebellischen Lyrics in die tobende Menge. Mit ihrem kompromisslosen Sound versucht die Band aus Beirut jedes Hindernis zu zerschmettern, das jungen Frauen im Libanon im Weg steht. Lilas, Shery, Maya, Alma und Tatyana haben große Träume, doch in ihrer Heimat bieten sich ihnen nur wenige Chancen. Ein Auftritt auf einem britischen Musikfestival führt nicht zum ersehnten Durchbruch, zwischen Lilas und Shery kommt es zu allem Übel auch noch zum Zerwürfnis. Wird sich die Band wieder zusammenraufen können?

Der energiegeladene Dokumentarfilm von Rita Baghdadi, der seine Weltpremiere in Sundance 2022 feierte, porträtiert die erste weibliche Metal-Band in Nahost, zeigt die homophobe Gesellschaft, die instabile Lage, die korrupte Elite – und die Kraft der Musik.

Unkostenbeitrag: EUR 6,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Im Rahmen von: Arabisches Filmfestival Tübingen - Stuttgart

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Sirens
Documentary by Rita Baghdadi

Lebanon, USA 2022, 78 min., original version (Arabic, English) with English subtitles

Lebanese, female, queer - and a thrash metal band: Slave of Sirens enters the stage with wild hair and in leather boots and screams their rebellious lyrics into the raging crowd. With their uncompromising sound, the band from Beirut tries to smash every obstacle that stands in the way of young women in Lebanon. Lilas, Shery, Maya, Alma and Tatyana have big dreams, but few opportunities in their homeland. A performance at a British music festival does not lead to the longed-for breakthrough, and to make matters worse, Lilas and Shery fall out. Will the band be able to get back together?

The energetic documentary by Rita Baghdadi, which celebrated its world premiere at Sundance 2022, portrays the first female metal band in the Middle East, shows the homophobic society, the unstable situation, the corrupt elite - and the power of music.

Admission: EUR 6.00
Reservation: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Arabisches Filmfestival | Orient


© Magnetfilm


Dokumentarfilm von Lea Najjar
Libanon, Deutschland, Katar 2022, 90 Min., Originalfassung (Arabisch) mit dt. Untertiteln

Zweimal täglich bevölkert sich der Himmel über Beirut mit Tauben. Aus den Käfigen auf den Dächern hoch über der Stadt fliegen Vogelschwärme in die Luft. Ihr Flug folgt der Tradition des Kash hamam, eines uralten Spiels. Jeder Spieler lässt seine Tauben über seinem Viertel kreisen, in der Hoffnung, die Tauben des Nachbarn auf das eigene Dach zu locken und so den eigenen Schwarm zu vergrößern. Das Schicksal der Tauben ist es, von einem Spieler zum nächsten zu wechseln und weiterverkauft zu werden. Während die Tauben frei über der Stadt kreisen, taucht der Film in die Lebensrealitäten ihrer Besitzer*innen ein. Da ist Hasan, der sein Leben ganz den Tauben widmet, Radwan, der Barbier, ein Fischer und das Mädchen, das auch einmal Vögel fliegen lassen möchte. Sie alle leiden in einer Stadt, in der alles immer teurer wird, sich die Lebensbedingungen verschlechtern und eine korrupte politische Elite das Sagen hat. In dem freien Spiel mit den Vögeln leben für sie eine Utopie, die Ausdruck ihrer Sehnsucht nach einem friedlichen und freien Leben ist – auch auf der Erde.

Lea Najjars impressionistisches Langfilmdebüt Kash Kash hatte seine Weltpremiere beim CPH:Dox 2022 in Kopenhagen (Next Wave Preis) und ist ein lebendiges Porträt des Libanon und seines chaotischen Zustands, in dem die Dächer hoch über den Straßen der Stadt zu einem hoffnungsvollen Zufluchtsort werden.

Unkostenbeitrag: EUR 6,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Im Rahmen von: Arabisches Filmfestival Tübingen - Stuttgart

Arabisches Filmfestival | Orient


© Magnetic North Pictures
 

Spielfilm von Jonathan Keijser
Kanada, Syrien, Türkei 2021, 96 Min., Originalfassung (Englisch, Arabisch) mit englischen und arabischen Untertiteln

Nachdem die Schokoladenfabrik seiner Familie in Syrien zerbombt wurde, versucht der junge Tareq (Ayham Abou Ammar) sich mit seiner Familie in der kanadischen Kleinstadt Antigonish, Nova Scotia, einzuleben. Seinen Traum, Arzt zu werden, hat er nicht aufgegeben. Doch sein Vater Issam (Hatem Ali) besteht darauf, dass er sich auf das Überleben konzentrieren muss. Und so schlagen Tareq und seine Familie einen anderen, aber vertrauten Weg ein: Sie bauen Issams Schokoladengeschäft wieder auf. Als das, was wie ein nostalgischer Versuch anmutet, sich an die Reste eines alten Lebens zu klammern, über Nacht zu einer Sensation wird, ist Tareq schockiert. In die Rolle des Geschäftsführers gedrängt, muss er sich zwischen den Anforderungen eines exponentiell wachsenden Unternehmens und dem Angebot entscheiden, sein Medizinstudium wieder aufzunehmen. Ein rivalisierender Chocolatier stellt ihn vor neue Herausforderungen, und der Kummer über Tareqs in Syrien zurückgelassene Schwester belastet die Familie schwer. Dennoch bleibt Tareq seinen Zielen treu und wird dabei von einem Teil der einheimischen Gemeinschaft unterstützt.

Peace by Chocolate des jungen kanadischen Regisseurs Jonathan Keijser basiert auf einer wahren Geschichte und lief weltweit, u. a. auf dem Tribeca Filmfestival und dem Cairo International Film Festival.

Unkostenbeitrag: EUR 6,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Im Rahmen von: Arabisches Filmfestival Tübingen - Stuttgart

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Peace by Chocolate
Feature film by Jonathan Keijser

Canada, Syria, Turkey 2021, 96 min., original version (English, Arabic) with English and Arabic subtitles

After his family's chocolate factory in Syria is bombed, young Tareq (Ayham Abou Ammar) tries to settle in with his family in the small Canadian town of Antigonish, Nova Scotia. He has not given up his dream of becoming a doctor. But his father Issam (Hatem Ali) insists that he must focus on survival. And so Tareq and his family take a different but familiar path: they rebuild Issam's chocolate business. When what seems like a nostalgic attempt to cling to the remnants of an old life becomes an overnight sensation, Tareq is shocked. Thrust into the role of managing director, he must choose between the demands of an exponentially growing business and the offer to resume his medical studies. A rival chocolatier presents him with new challenges, and the grief over Tareq's sister left behind in Syria weighs heavily on the family. Nevertheless, Tareq remains true to his goals and is supported by part of the local community.

Peace by Chocolate by young Canadian director Jonathan Keijser is based on a true story and screened worldwide, including at the Tribeca Film Festival and the Cairo International Film Festival.

Admission: EUR 6.00
Reservation: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Arabisches Filmfestival | Orient


© New World Cinema / tubafilms

Dokumentarfilm von Khalid Shamis
Libyen, Südafrika, Katar 2021, 73 Min., Originalfassung (Arabisch, Englisch) mit engl. Untertiteln

Als Muammar al-Gaddafi 1969 die Macht ergreift, schließt sich Ashur Shamis, der Anfang der 1960er Jahre Libyen in Richtung Großbritannien verlassen hat, dem organisierten Widerstand an. Jahrzehntelang kämpft er aus dem Exil gegen das Regime und wird zum libyschen Staatsfeind Nummer eins. Auf ihn wird ein Kopfgeld von einer Million Dollar ausgesetzt. Shamis Traum von einem freien Libyen hätte ihn und seine Familie fast das Leben gekostet. Als Shamis schließlich nach dem Sturz Gaddafis 2011 zum ersten Mal in sein Heimatland reist, wird er als Held empfangen. Doch stellt sich für ihn schnell die Frage, ob es dort einen Platz für Menschen gibt, die seine Ideale teilen. In The Colonel’s Stray Dogs stellt Regisseur Khalid Shamis die Entscheidungen seines Vaters in Frage und zeichnet das Porträt eines Mannes, den er nie ganz zu fassen bekommen hat.

Unkostenbeitrag: EUR 6,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Im Rahmen von: Arabisches Filmfestival Tübingen - Stuttgart

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The Colonel's Stray Dogs
Documentary by Khalid Shamis
Libya, South Africa, Qatar 2021, 73 min., original version (Arabic, English) with English subtitles

When Muammar al-Gaddafi seizes power in 1969, Ashur Shamis, who left Libya for Britain in the early 1960s, joins the organised resistance. For decades he fights against the regime from exile and becomes Libya's public enemy number one. A bounty of one million dollars is put on his head. Shami's dream of a free Libya almost cost him and his family their lives. When Shamis finally travels to his home country for the first time after the fall of Gaddafi in 2011, he is received as a hero. But the question quickly arises for him whether there is a place there for people who share his ideals. In The Colonel's Stray Dogs, director Khalid Shamis questions his father's decisions and paints a portrait of a man he never quite got to grips with.

Admission: EUR 6.00
Reservation: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Arabisches Filmfestival | Orient


© Radiodiffusion Télévision Algérienne
 

Dokumentarfilm von Assia Djebar
Algerien 1982, 60 Min.,  Originalfassung (Arabisch, Französisch) mit dt. UT

Assia Djebar und ihr Co-Autor Malek Alloula verbrachten ein halbes Jahr in den Archiven von Pathé und Gaumont und sichteten Filmmaterial, das französische Dokumentaristen zwischen 1912 und 1942 gedreht hatten. Assia Djebar über das Thema ihres Films, der ersten Regiearbeit einer Frau in der algerischen Filmgeschichte: „In einen völlig unterworfenen und zum Schweigen gebrachten Maghreb strömten Fotografen und Filmemacher, um Aufnahmen von uns zu machen. (…) Die Zerda ist jenes langsam aussterbende Fest, das sie angeblich bei uns einfangen wollten ...“.

Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin und Filmemacherin fügt hier die fremden Blicke der Kolonialherren zusammen - entlarvend, kritisch, bitter. Die von ihr konzipierte Tonspur lässt anonyme Stimmen und Dichtungen erklingen und „Gesänge des Vergessens“ intervenieren, die sich zu sich zu einem polyphonen Abgesang auf die koloniale Gewalt verbinden. Anfang der 1980er Jahre schuf Djebar mit diesem poetischen Filmessay eine neue Art, die algerische Geschichte zu verstehen. Der Film zeigt exemplarisch, wie die Entkolonialisierung, die von jahrhundertelanger, europäischer Hegemonie über weite Teile des globalen Südens geprägt ist, auch zu einer Sache des Kinos wurde und verweist darauf, dass die koloniale Vergangenheit unsere Gegenwart weiterhin heimsucht.

La zerda et les chants de l’oubli erhielt den Sonderpreis der Berlinale 1983 für den besten historischen Film.

Unkostenbeitrag: EUR 6,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Im Rahmen von: Arabisches Filmfestival Tübingen - Stuttgart

Arabisches Filmfestival | Orient


© Ali n' Productions
 

Spielfilm von Nabil Ayouch
Marokko, Frankreich 2021, 101 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. Untertiteln

Der ehemalige Rapper Anas (Anas Basbousi) nimmt einen Job in einem Kulturzentrum im Arbeiterviertel von Sidi Moumen in Casablanca an. Ermutigt durch ihren neuen Lehrer, finden seine Schüler*innen im Hip-Hop Ausdruck, um sich von den Fesseln der Traditionen zu befreien und ihre Leidenschaft zu leben. Casablanca Beats ist eine spannende Mischung aus Straßenmusical, inspirierendem Lehrerdrama und Dokumentarfilm, da die realen Teilnehmer*innen des Zentrums als fiktionalisierte Versionen ihrer selbst dargestellt werden. Casablanca Beats hatte seine Weltpremiere im Wettbewerb in Cannes 2021 und war Marokkos Einreichung für das Rennen um die Oscars 2022.

Unkostenbeitrag: EUR 6,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Im Rahmen von: Arabisches Filmfestival Tübingen - Stuttgart

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Casablanca Beats
Feature film by Nabil Ayouch

Morocco, France 2021, 101 min., original version (Arabic) with English subtitles

Former rapper Anas (Anas Basbousi) takes a job at a cultural centre in the working-class district of Sidi Moumen in Casablanca. Encouraged by their new teacher, his students find expression in hip-hop to free themselves from the shackles of tradition and live their passion. Casablanca Beats is an exciting mix of street musical, inspirational teacher drama and documentary, as the real participants of the centre are portrayed as fictionalised versions of themselves. Casablanca Beats had its world premiere in competition at Cannes 2021 and was Morocco's submission for the 2022 Oscars.

Admission: EUR 6.00
Reservation: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Arabisches Filmfestival | Orient


© Swiss Films
 

Spielfilm von Erige Sehiri
Tunesien, Frankreich, Schweiz, Deutschland, Katar 2022, 92 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. Untertiteln

Ein Sommertag in Tunesien: Für Malek, Fidé, Sana und Mariem sind die langen Arbeitstage auf den Feldern eine Möglichkeit, ihre Familien zu unterstützen, doch vor allem auch um zusammen zu sein und der Monotonie ihres Landlebens zu entfliehen. Sie finden immer einen Weg, sich zu amüsieren, manchmal auf Kosten anderer, insbesondere der älteren Arbeiter*innen. In dieser ländlichen Umgebung verbergen die Feigenbäume Momente der Intimität und der Spannung. Im Obstgarten entsteht ein wahres Theater der Gefühle, wo sich die Beziehung zur Arbeit, zur Liebe und zu den Jungs abspielt.

Mit viel Gespür für Details und einem Laienensemble erzählt die tunesisch-französische Regisseurin Erige Sehiri eine Geschichte, die direkt aus dem Leben gegriffen ist, und von Menschen, die im täglichen Miteinander eine starke Verbindung aufbauen. Inszeniert als Kammerspiel unter freiem Himmel ist der Film ein hellsichtig-poetisches Porträt einer jungen weiblichen Generation im Aufbruch.

Under the fig trees lief 2022 in Cannes (Quinzaine des Réalisateurs), Toronto (Wettbewerb), Karlovy Vary und Sarajevo.

Unkostenbeitrag: EUR 6,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Im Rahmen von: Arabisches Filmfestival Tübingen - Stuttgart

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Under the Fig Trees - Taht el karmouss
Feature film by Erige Sehiri

Tunisia, France, Switzerland, Germany, Qatar 2022, 92 min., original version (Arabic) with English subtitles

A summer day in Tunisia: for Malek, Fidé, Sana and Mariem, the long days working in the fields are a way to support their families, but above all to be together and escape the monotony of their rural life. They always find a way to have fun, sometimes at the expense of others, especially the older workers. In this rural setting, the fig trees hide moments of intimacy and tension. A real theatre of emotions is created in the orchard, where the relationship to work, to love and to the boys is played out.

With a keen sense of detail and an amateur ensemble, Tunisian-French director Erige Sehiri tells a story taken directly from life and of people who build a strong bond in their daily togetherness. Staged as a chamber play in the open air, the film is a clairvoyant-poetic portrait of a young female generation on the move.

Under the Fig Trees was screened in Cannes (Quinzaine des Réalisateurs), Toronto (Competition), Karlovy Vary and Sarajevo in 2022.


Admission: EUR 6.00
Reservation: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Vortrag | Sonderausstellung


Referentin: Prof. Dr. Ute Hüsken, Universität Heidelberg

Jedes Jahr im Herbst feiert man in ganz Indien das Fest Navaratri, oder Durgapuja, das neun Nächte und zehn Tage lang andauert. Es geht dabei um die Grosse Göttin und ihren Kampf gegen die Dämonen, die die Ordnung der Welt bedrohen. Der Vortrag behandet die Geschichte, aber auch die vielfältigen zeitgenössischen Formen, die dieses Fest in den unterschiedlichen Regionen annimmt, mit besonderem Augenmerk auf Tamil Nadu.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vorführung | Ostasien



Tee trinken und den Lärm der Welt vergessen in der hohen Schule der Teekunst aus ihrem Ursprungsland China

In Kooperation mit der Bambusbrücke Stuttgart e. V.

Eintritt: EUR 4,-/3,- inkl. Dauerausstellungen

Dragon Days | Afrika



Lesung und Gespräch mit T. L. Huchu
Moderation: Thomas Klingenmaier

Musikalische Umrahmung: Vimbai Zimuto, Mbira

Für das Mädchen Ropa sieht Edinburgh anders aus als heutzutage für Touristen: Die Stadt ist ein Ort des ständigen schmutzigen Überlebenskampfs. Die Heldin der Romane „Die Bibliothek von Edinburgh“ und „Das Hospital von Edinburgh“ von T .L. Huchu lebt in einer nahen Zukunft, in der sich Krisen zugespitzt und Spaltungen vertieft haben. Der 1982 in Simbabwe geborene Huchu legt aber auch beste Urban Fantasy vor: Magie ist Teil des Alltags, Ropa kommuniziert als mietbare Telegrammbotin per Mbira, per Daumenklavier also, mit dem Totenreich.

Der in Edinburgh lebende Autor machte als Tendai Huchu zunächst mit „Der Friseur von Harare“ und „Maestro, Magistrat und Mathematiker“ auf sich aufmerksam, nun hebelt er mit intelligenten Büchern gerade auch für jüngere Leser alle Vorurteile gegen Genreliteratur aus. Im Rahmen des Fantastikfestivals Dragon Days kommt der zum boomenden Afrofuturismus gezählte Tendai Huchu zu Lesung und Gespräch ins Linden-Museum. Es geht um Ropas Abenteuer, um die Begegnungen von Afrika und Europa, um gespaltene Gesellschaften und Potenziale und Überlebenschancen von Traditionen. Ein gutes Beispiel bietet die Mbira, ein früher mit enormer spiritueller Macht belegtes Instrument, das der modernen Weltmusik zunehmend aus dem Blick gerät. Der Abend wird von Live-Musik auf der Mbira begleitet.

Eintritt: EUR 5,-/3,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444,  anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Nähere Informationen: www.dragondays.de

In Kooperation mit:

Vortrag |



Mensch-Umwelt-Beziehungen in der ägyptischen Ostwüste vor 120.000 Jahren

Referent: Dr. Felix Henselowsky, Universität Mainz


Nordostafrika ist eine geographische Schlüsselstelle zur frühen Ausbreitung des Menschen. Der Vortrag zeigt, wie archäologische und geographische Forschung einen Beitrag zum Verständnis der Ausbreitungsgeschichte von uns Menschen leistet und welche Umweltbedingungen die Migration durch die heutige Wüste begünstigte: Ein feuchteres Klima ist dabei bei Weitem nicht das einzige Kriterium.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Show | Süd-/Südostasien


Amartyya C. Ghosh
Foto: Husain Chrisham


Klassischer Kathak-Tanz mit Amartyya C. Ghosh und vier Musikern aus Indien

Der nordindische Tanzstil Kathak entwickelte sich seit dem 13. Jahrhundert durch umherziehende Barden und Geschichtenerzähler, deren Beruf es war, religiöse Lieder (Bhajan oder Ghazal) zu singen und tänzerisch zu begleiten. Vorlage für die Tänze lieferten hinduistische Dichter wie Tulsidas, Kabir und Chaitanya. Die Tänzerin Amartyya C. Ghosh ist eine Schülerin des weltberühmten Meisters des klassischen Kathak-Tanzes, dem legendären Guru Pandit Birju Maharaj.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der indischen Unabhängigkeit in Kooperation mit: Deutsch-Indische Gesellschaft e. V. – Zweiggesellschaft Stuttgart, Roshni – Blindenhilfe für Indien

Einlass: 18.30 Uhr

Eintritt: EUR 20,- inkl. Snacks
Reservierung über die Deutsch-Indische Gesellschaft e. V.:
Tel. 0162.4941833, agarwala@remove-this.t-online.de


            

Vortrag und Podiumsgespräch |


Hermann Parzinger
Copyright: SPK, Foto: Herlinde Kölbl



Vortrag von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Hermann Parzinger (Stiftung Preußischer Kulturbesitz)

anschließend: Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Hermann Parzinger, Prof. Dr. Inés de Castro (Linden-Museum Stuttgart), moderiert von Dr. Ernst Wolfgang Becker (Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus)


Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldt Forum war von Beginn an umstritten. Angelegt als Begegnungsstätte für die Kulturen der Welt stand in den letzten Jahren vor allem der Umgang mit den ethnologischen Sammlungen in der Kritik. An viele Objekte aus Afrika und Asien knüpften sich Fragen ihrer rechtmäßigen Erwerbung sowie der Rückgabe oder angemessenen Präsentation geraubter Kulturgüter. Das Humboldt Forum wurde zu einem zentralen Ort der Kontroverse um das koloniale Erbe in Deutschland insgesamt.

Der Gründungsintendant des Humboldt Forums Hermann Parzinger wird die Debatte zunächst in einem Impulsvortrag nachzeichnen. Anschließend stellt er sich gemeinsam mit der Direktorin des Linden-Museums Inés de Castro den Fragen von Ernst Wolfgang Becker.

Ort: Linden-Museum Stuttgart

Eintritt frei
Anmeldung: info@remove-this.stiftung-heuss-haus.de


In Kooperation mit:

Vortrag | Süd-/Südostasien



Mit Odile Néri-Kaiser                                  

Wenn man den Tod nicht als ein brutales Ende versteht, sondern als eine Reise ins Unbekannte sieht, kann man sich vorbereiten und die Kunst zu sterben wird schließlich zu einer Kunst des Lebens. Wenn man dem Wandlungsprozess furchtlos und liebevoll beistehen kann, entwickeln sich umso mehr Menschlichkeit und Mitgefühl für das Leben und alle Lebewesen.

Odile Néri-Kaiser lädt uns ein, an dieser Reise ins Unbekannte teil zu haben, begleitet von der Leichtigkeit und dem Humor des Autors, des buddhistischen Meditationsmeisters Sogyal Rimpoche.

Eintritt: EUR 10,-/8,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444,  anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

In der Reihe "So viel Leben ist vor dem Tod" (2. - 6.11.) in Kooperation mit Ars Narrandi e. V.

         

Mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt Stuttgart und der Baden-Württemberg Stiftung

        

Erzählungen | Afrika Lateinamerika Orient

   

Erzählabend mit Stimmen von denen, die nicht mehr sind

Erzähler*innen: Charles Aceval, Thierno Diallo, Odile Néri-Kaiser / Musik: Hélène Godefroy


In dieser Veranstaltung mischen sich die Stimmen von Verstorbenen und von Lebenden. Begleitet von der Musik der Viola da gamba berichten die Erzähler und die Erzählerin von bereits verstorbenen Mentor*innen und dem Erbe, das diese in Form von Erzählungen und Geschichten hinterlassen haben.
Hören Sie tradierte Geschichten verschiedener Kulturen und spüren Sie deren Kraft für die heutige Zeit.

Gebühr: EUR 12,-/10,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444,  anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

In der Reihe "So viel Leben ist vor dem Tod" (2. - 6.11.) in Kooperation mit Ars Narrandi e. V.

         

Mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt Stuttgart und der Baden-Württemberg Stiftung

        

Film und Gespräch | Sonderausstellung


Zeichnung: Claire Braud



Zehntausende Zivilist*innen starben 2008 und 2009 auf Sri Lanka, als Regierungstruppen die von der Guerilla-Gruppe Tamil Tigers besetzten Gebiete zurückeroberten. Einige Jahre nach Ende des Bürgerkrieges durchreiste die Journalistin Vanessa Dougnac nun den Norden der Insel auf der Suche nach den Spuren dieses vergessenen Krieges. Die Regisseurin lässt Zeitzeugen zu Wort kommen und filmt einst paradiesische Strände, die immer noch wie ein Schlachtfeld aussehen. Claire Braud illustriert in ihren Zeichnungen die Flucht von 300.000 Tamil*innen, die zwischen den zwei Lagern aufgerieben wurden - und das nicht so einfach vergessen können.

Nach dem Film sprechen wir mit Human Rights Watch über die aktuelle Menschenrechtslage in Sri Lanka.

Regie: Vanessa Dougnac, Fabrice Launay, Frankreich 2017, Deutsch, 55 Min.

Eintritt: EUR 5,-/3,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@lindenmuseum.de

Quiz-Show |


© Kleon Medugorac


7 Stuttgarter Museen erweitern unterhaltsam Ihr Wissen!

Das "Museumsquiz On Stage" in die zweite Runde: Um "Liebe" geht es in drei Fragerunden, die Themen beleuchten, die bei einem regulären Museumsbesuch kaum wahrgenommen werden. Sie geben spannende, amüsante und manchmal skurrile Einblicke in die beteiligten Häuser: das Haus der Geschichte Baden-Württemberg, das Kunstmuseum Stuttgart, das Landesmuseum Württemberg, das Naturkundemuseum Stuttgart, die Staatsgalerie Stuttgart, das StadtPalais Stuttgart und unser Museum.

Das Moderatoren-Duo, bestehend aus der Kunstvermittlerin Sara Dahme und DJ Andreas Vogel, beide mit viel Quiz- und Museumserfahrung, wird gekonnt durch das vielfältige Programm führen. Mit einer guten Prise Humor und musikalischer Untermalung werden die beiden Profis die von den Museen vorbereiteten Fragen auf der Live-Bühne unterhaltsam präsentieren. Unterhaltung, Spaß und großer Wissenzuwachs zum Angeben bei der nächsten Party sind garantiert, attraktive Preise winken!

Zuschauer*innen können mit der Online-Plattform „Kahoot!“ sowohl einzeln als auch in der Gruppe am Quiz teilnehmen.

Ort: Haus der Geschichte Baden-Württemberg,  Konrad-Adenauer-Straße 16

Eintritt: EUR 5,-
Anmeldung: veranstaltungen@remove-this.hdgbw.de

Vortrag | Sonderausstellung


Wie jahrtausendealte Grabfunde die Gemüter erhitz(t)en

Referentin: Martina Stoye, Museum für Asiatische Kunst Berlin


1876 entdeckte der Sammlungsreisende Fedor Jagor im südindischen Adichanallur ein prähistorisches Gräberfeld und schickte Hunderte von Grabgefäßen nach Berlin. Wohl kaum jemand ahnte damals, welch große Bedeutung den Funden im 21. Jahrhundert zukommen würde. Der Fall Adichanallur zeigt, wie Objekte, die Jahrtausende lang im Boden lagen, plötzlich wieder politisch brisant und hochaktuell werden können.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Konzert | Sonderausstellung



Karnatische Flötenmusik

Unter den außereuropäischen Musikkulturen nimmt die indische Musik eine Sonderstellung ein. Mit mehreren tausend technisch und namentlich verschiedenen Ragas bildet sie das größte modale Musiksystem der Welt. Kein geringerer als Olivier Messiaen hat daher im Vorwort zu seiner Kompositionslehre (Technique de mon langage musical) der indischenTonkunst seinen Respekt gezollt und sie zu seinen Lehrmeistern gezählt. Gleichzeitig bildet die Raga-Musik den Inbegriff einer Konzeptkunst, die den aufführenden Musikern Spielraum zur Improvisation und individuellen Gestaltung überlässt.

Der indische Flötist J. A. Jayant entstammt einer südindischen Musikerfamilie, die über mehrere Generationen berühmte Musiker hervorbrachte. Das Flötenspiel erlernte Jayanth von seinem Großvater Sri T. S.Sankaran, der ein Schüler des legendären karnatischen Flötisten T. R. Mahalingam war. Flute Mali, wie er in ganz Südindien genannt wurde, hat die moderne Flötenspielweise in der klassischen südindischen Kunstmusik während der letzten 50 Jahre geprägt und verändert wie kein anderer Musiker.

Seit dem Beginn seiner Karriere hat sich J. A. Jayant im Alter von knapp 30 Jahren zum wichtigsten neuen Flötenspieler der klassischen südindischen Musik entwickelt. Die Haupteigenschaften seines Flötenspiels sind ein kräftiger Ton, eine ausgefeilte Blastechnik, herzergreifende Melodien, rhythmische Vielfalt und überschäumende Kreativität, alles basierend auf einer strengen Disziplin und Beachtung der karnatischen Musiktradition.

Wenn der Künstler eine musikalische Komposition/Kriti präsentiert, können kritische Zuhörer*innen den Liedtext Zeile für Zeile im Spiel des Musikers nachvollziehen. Dieser „Singende Instrumentalstil“ ist ein besonderes Zeichen für die außergewöhnliche Musikalität von Jayanth.

Seine Interpretationen der indischen Raga-Melodien zeugen von einer einzigartigen künstlerischen Ausdruckskraft und außergewöhnlicher Improvisationskunst. Kritiker bestätigen seiner Musik eine Ruhe und Ausgeglichenheit, gepaart mit Heiterkeit und höchster technischer Virtuosität, die dem Künstler die Erschaffung atemberaubend schöner Melodien erlaubt und sein Publikum verzaubert.

Seine neuartige Interpretation der klassischen südindischen Musik, gepaart mit kreativerExperimentierfreude, machen J. A. Jayant zu einem Favoriten der Konzertorganisationen auf der ganzen Welt und brachten ihm zahlreiche Einladungen für Konzerttourneen in die USA, nach Malaysia, Australien, Südafrika, Großbritannien, Deutschland und in die Schweiz.

Ensemble:
J. A. Jayant: Flöte
M. Sumanth: Violine
Sai Giridhar: Mridangam
Herbert Lang: Kanjira

Eintritt: EUR 17,-/12,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

 

Offenes Programm mit Modenschau | Sonderausstellung



Tamilische Mode zum Anprobieren

Wie trägt man einen Sari? Wie einen Dhoti? Und wie einen Lungi? An diesem Nachmittag haben Kinder und Erwachsene die
Gelegenheit, tamilische Kleidung und Mode kennenzulernen und sie anzuprobieren. Mitglieder der tamilischen Diaspora
zeigen ihre Gewänder und erklären, wie man sie trägt. Anschließend gibt es eine Modenschau: Wer hat den schönsten
Sari? Und wer trägt ihn am elegantesten?

In Kooperation mit der Tamil Heritage Foundation International

Gebühr: EUR 3,- 
Ohne Anmeldung

Vorführung | Ostasien



Tee trinken und den Lärm der Welt vergessen in der hohen Schule der Teekunst aus ihrem Ursprungsland China

In Kooperation mit der Bambusbrücke Stuttgart e. V.

Eintritt: EUR 4,-/3,- inkl. Dauerausstellungen

Vortrag |


Referent: Dr. Timo Sedelmeier, Universität Tübingen

Kolonialismus ist ein beliebtes Thema für (Brett-)Spiele, das gerne als Spielhandlungsrahmen verwendet wird. Gleichzeitig mehrt sich die Kritik an den beständigen Neuerscheinungen von Spielen mit einer Kolonialisierungsstory und dem Umgang mit dem Thema Kolonialismus in den Spielen. Vor diesem Hintergrund geht der Vortrag anhand ausgewählter Fallbeispiele der Frage nach, wie das Thema Kolonialismus umgesetzt wird, ethnische Stereotype reproduziert werden und dies in den einschlägigen Brettspiel-Foren diskutiert wird.

Vor dem Vortrag wird der Geographie-Sonderpreis der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde an Abiturient*innen verliehen.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Spielfilm | Orient


© Aflam Wardeshan, Amerikafilm



Der Titel des ägyptischen Popsongs "Bashtaalak Sa'at" ("Ich vermisse dich manchmal") und das Sonett "Shall I Compare You To A Summer's Day" von Shakespeare hinterfragen Raum und Zeit der Erzählung. Eine Erzählerin berichtet von einer Begegnung zweier Männer. Eine Liebesgeschichte – wo beginnt sie? Ein Blick, ein Lächeln, ein Rendezvous. Regisseur Mohammad Shawky Hassan adaptiert Geschichte und Handlung von "Tausendundeine Nacht" und erzählt eine queere Liebesgeschichte.

Dieser experimentelle Spielfilm spielt mit den Grenzen von Sprache und kulturellen Traditionen. Bereits vor seiner Premiere bei der diesjährigen Berlinale löste er heftige Kontroversen und Reaktionen in Ägypten aus.

Regie: Mohammad Shawky Hassan, Ägypten/Libanon/Deutschland 2022, 66 min., OF m. engl. UT

Ort: Linden-Museum Stuttgart

Eintritt: EUR 5,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Tipp: Nach dem Film gibt es um 19.30 Uhr eine kurze Tanzaufführung.

Im Rahmen des Afrika Film Festival (24.11. - 4.12.) in Kooperation mit:

 

 

Spielfilm | Orient


© MVD, Hakka, Propaganda Productions



März 2020, eine Pandemie breitet sich weltweit aus. Kais, Sarra und ihre Katze versuchen, mit dem neuen Alltag zurechtzukommen. Sarra arbeitet im humanitären Bereich und hilft Menschen in Not. Die Pandemie ist ihrer Situation nicht gerade förderlich. Denn Kais leidet unter einer psychotischen Störung und ist auf Medikamente angewiesen. Er verändert sich immer mehr im Laufe der Zeit. Regisseur Nejib Belkadhi, der auch die Rolle von Kais übernimmt, nähert sich mit dem Lockdown einer anderen Art der Isolierung an, der Schizophrenie. Communion ist ein kammerspielartiger Thriller in Schwarz-Weiß, der diese Zeit des Stillstands einfängt und Fragen zur heutigen Welt aufwirft.

Regie: Nejib Belkadhi, Tunesien 2021, 80 min., OF m. engl. UT

Ort: Linden-Museum Stuttgart

Eintritt: EUR 5,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Tipp: Vor dem Film gibt es um 19.30 Uhr eine kurze Tanzaufführung.

Im Rahmen des Afrika Film Festival (24.11. - 4.12.) in Kooperation mit:

 

 

Spielfilm | Afrika


© MUBI



In der äthiopischen Region Harar träumt Mami davon, nach Europa aufzubrechen, und befragt seinen Freund Ibrahim zu dessen Reise und den Gründen seiner Rückkehr. Andere entfliehen dem Alltag mit dem Kauen von Khat. Der Pflanze mit der stimulierenden Wirkung werden mystische Kräfte zugeschrieben. Ihr Gebrauch geht auf die Sufi-Tradition zurück, er soll den Weg in die Ewigkeit weisen. Die aus dieser Region stammende Regisseurin Jessica Beshir beschreibt die Entwicklung des Khat-Anbaus und -Konsums als Folge der politischen und wirtschaftlichen Krise Äthiopiens sowie der Klimaerwärmung. Faya Dayi ist eine hypnotische Versenkung in den Mythos und die Wirklichkeit des ländlichen Lebens der Oromo.

Regie: Jessica Bahir, Äthiopien/USA/Qatar 2021, 118 min., OF m. engl. UT

Ort: Linden-Museum Stuttgart

Eintritt: EUR 5,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Im Rahmen des Afrika Film Festival (24.11. - 4.12.) in Kooperation mit:

 

 

Vortrag | Benin-Präsentation Afrika



Vortrag von Prof. Dr. Barbara Plankensteiner


Die inzwischen vorrangig als koloniales Raubgut bekannte Kunst des westafrikanischen Königreichs Benin gehört zu den herausragenden Kulturschätzen Afrikas. Der Vortrag gibt einen Überblick über ihre 500-jährige Geschichte und Bedeutung. In diesem Zusammenhang wird auch der heutige Stellenwert für die Edo-Bevölkerung und den Königshof in Benin City Nigeria betrachtet und besprochen, warum die Restitution der Werke einen Akt der Gerechtigkeit darstellt.

Prof. Dr. Barbara Plankensteiner ist Direktorin des MARKK in Hamburg.

Gebühr: EUR 5,-/3,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

 

Ausstellungseröffnung | LindenLAB 7



Was ist ein "gutes Leben"?

Das LindenLAB 7 erschließt und erklärt das philosophische und kosmologische Konzept des „buen vivir“, „guten Lebens“, der Mapuche anhand einer von Projektpartner*innen in Contulmo, Wallmapu (Südchile), hergestellten neuen, zeitgenössischen Sammlung von Silberschmuck und zwei Trachten von Schamanenhelfer*innen. Was bedeutet den Mapuche ihr Land, die Territorien ihrer Ahn*innen? Wie treten sie in Kontakt mit diesen Ahn*innen, den Wissensträgern ihrer Kultur?

Die Mapuche in Süd-Chile waren bis 1883 autonom und wohlhabend. Die Eroberung durch das chilenische Militär kostete die Hälfte der Mapuche-Bevölkerung ihr Leben, sie verloren über 90 % ihrer Territorien und stürzten in absolute Armut. Danach wurden bewusst europäische, vor allem deutsche Siedler*innen angeworben, um das Land zu kolonisieren. Holzkonzerne bewirtschaften außerdem einen großen Teil des Mapuche-Gebietes durch das Anlegen von Eukalyptus- und Pinienplantagen zur Herstellung von Zellstoff.

Das LindenLAB 7 möchte neue Möglichkeiten des Sammelns eines ethnologischen Museums aufzeigen und Weltbilder kontrastieren, die Menschenverachtung des Kolonialismus beleuchten. Es entsteht in partizipativer Zusammenarbeit mit Vertreter*innen der Mapuche aus Contulmo, Wallmapu, heute Teil von Chile.

Die Eröffnung gestalten die Projektpartner*innen.    

Eintritt frei

Das LindenLAB wird gefördert im Rahmen der Initiative für Ethnologische Sammlungen der Kulturstiftung des Bundes.

Nähere Informationen: www.lindenlab.de

      

Ausstellungseröffnung | LindenLAB 3



Whakawhānaungatanga – Connecting taonga Māori

Etwa 150 Taonga Māori (Māori-Schätze) aus Aotearoa Neuseeland gelangten ab 1899 in die Sammlung des Linden-Museums. Über ihre vorherige Geschichte, Whakapapa, ist wenig bekannt. Angeleitet von Māori-Forscher*innen geht LindenLAB 3 dieser nach und erörtert, wie sie eine Bedeutung, Mana und Kōrero zwischen Māori und Museumsmitarbeiter*innen schafft. Es werden Verbindungen aufgezeigt, die die Sammlung mit Individuen und lokalen Gemeinschaften, mit der Geschichte von Institutionen und Nationen verknüpft – ohne dabei die kulturellen und künstlerischen Bedeutungen und Lebendigkeit zu vernachlässigen.

Die Eröffnung in Form einer morgendlichen Zeremonie gestalten die Projektpartner*innen.   

Eintritt frei

Das LindenLAB wird gefördert im Rahmen der Initiative für Ethnologische Sammlungen der Kulturstiftung des Bundes.

Nähere Informationen: www.lindenlab.de

      

Ausstellungseröffnung | LindenLAB 8



Mit Prof. Dr. Inés de Castro und Janette Helm


Labore sind Experimentierfelder utopischen Denkens. In sieben LindenLABs zu den Themen Provenienz, Partizipation und Präsentation haben wir in den letzten vier Jahren viel ausprobiert. Zum Abschluss bleiben aber Fragen: Was genau haben wir erprobt? Was bleibt von diesem Experiment? Was werden wir wieder verwerfen? Wie lässt sich das Projekt langfristig auf die Museumsarbeit übertragen? Und wie werden wir einem vielseitigen gesellschaftlichen
Anspruch als ethnologisches Museum gerecht?

Mit LAB 8 machen wir Erkenntnisse aus dem LindenLAB noch einmal im Museum sichtbar. An ausgewählten Orten werden in fünf Themenfeldern Erfahrungen und Ideen für die Weiterentwicklung des Museums skizziert.

Eintritt frei

Das LindenLAB wird gefördert im Rahmen der Initiative für Ethnologische Sammlungen der Kulturstiftung des Bundes.

Nähere Informationen: www.lindenlab.de

      

Musik und Tanz | Ozeanien



Lieder und Tänze der Māori

Ngāti Rānana zeigt seit 1958 Māori-Kultur. Damals kam eine Gruppe von Neuseeländer*innen im Londoner Stadtteil Putney zusammen, um ihre Erfahrungen und Neuigkeiten aus der Heimat auszutauschen und Māori zu sprechen. Sechzig Jahre später trifft sich die Gruppe weiterhin wöchentlich in London, um ihre Kultur und Sprache zu praktizieren. Für viele Neuseeländer*innen ist sie eine Art zweites Zuhause geworden. Im Linden-Museum wird Ngāti Rānana traditionelle indigene Lieder und Tänze wie Haka und Poi vorführen und so Einblicke in die Kultur der Māori geben.

Eintritt: EUR 20,-/17,-
Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@remove-this.lindenmuseum.de

Gefördert von:

Vortrag |



Referent: PD Dr. Harald Neidhardt, Universität Tübingen


Bei dem Reaktorunglück von Fukushima wurden, ähnlich wie in Tschernobyl, große Mengen an Radioisotopen wie 131Iod und 137Cäsium in die Umwelt freigesetzt. Wir gehen der Frage nach, was mit diesen gesundheitsgefährdenden Radioisotopen geschehen ist und beleuchten dabei Eintragspfade in Pflanzen, Böden und Gewässer, sowie biogeochemische Prozesse, welche die Mobilität von Radioisotopen entscheidend steuern.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vorführung | Ostasien



Tee trinken und den Lärm der Welt vergessen in der hohen Schule der Teekunst aus ihrem Ursprungsland China

In Kooperation mit der Bambusbrücke Stuttgart e. V.

Eintritt: EUR 4,-/3,- inkl. Dauerausstellungen

Vortrag |




Der anthropogene Einfluss auf die Dynamiken von Landschaften

Referent: Prof. Dr. Thomas Glade, Universität Wien


Landschaften verändern sich seit Jahrmillionen. Inzwischen greift jedoch der Mensch so stark in die Natur ein, daß sich Umweltveränderungen beschleunigen, Extreme hervorrufen oder zu ganz neuen, in dieser Form bisher noch nie erlebten Ausprägungen führen. Verschiedenste anthropogen bedingten Landschaftsveränderungen werden in ganz unterschiedlichen Regionen der Erde präsentiert und in internationale Strategien und Konzepte eingebettet.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag | Afrika



Die Revitalisierung von Rindenbast in zeitgenössischen Initiativen ugandischer Künstlerinnen

Referentin: Dr. Fiona Siegenthaler, Linden-Museum Stuttgart


Mit dem Eintrag in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit (2008) wurde die lange aus dem kulturellen Bewusstsein verdrängte Herstellung von Rindenbaststoff in Buganda rehabilitiert. In der zeitgenössischen, global vernetzten Kunst- und Designpraxis Ugandas erfährt Rindenbaststoff neue kulturelle, politische und wirtschaftliche Bedeutungen und ist Gegenstand einer Vielfalt gestalterischer Innovation.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag |




Strategien der Modernisierung und Widersprüche megastädtischen Lebens

Referent: Prof. Dr. Christoph Dittrich, Universität Göttingen


In den indischen Megastädten konzentrieren sich die ganze Widersprüchlichkeit von Globalisierung und das paradoxe Verhältnis zwischen Luxus und Elend auf engstem Raum. Der Vortrag basiert auf jahrelangen eigenen Forschungen und thematisiert am Beispiel der Großmetropolen Bengaluru (Bangalore) und Hyderabad die fragmentierten Lebenswelten und drängendsten Problemlagen und fragt auch nach Lösungsansätzen.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag | Sonderausstellung



Referentin: Prof. Dr. Gabriele Alex, Universität Tübingen


In Tamil Nadu findet sich eine große Bandbreite an traditionellen Heilpraktiken, die in Bezug auf Medikamente und Therapien viele Schnittmengen mit den staatlich etablierten Traditionen wie Ayurveda oder Siddha aufzeigen. In Tamil werden diese als nāṭṭu maruntu (Landmedizin) oder pacillai (grüne Blätter) bezeichnet. Gabriele Alex beschreibt einige dieser Traditionen und erarbeitet aus Fallstudien, wie sich die Behandlungswahl gestaltet.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag |


Was lehrt uns die Geschichte und Geografie?

Referent: Prof. Dr. Gerhard Gerold, Universität Göttingen

Globale Klimaveränderung und Klimakollaps ist in Medien und Gesellschaft ein inzwischen viel beachtetes Thema geworden. Der Zusammenbruch alter Hochkulturen wird dabei in Verbindung mit plötzlichen Klimaveränderungen gebracht.

Anhand neuester Forschungsergebnisse wird die Rolle von Klimaveränderung für den Kollaps alter Hochkulturen zu unterschiedlichen Zeiten und Kontinenten - von Mesopotamien bis nach Grönland - diskutiert. Dabei erfolgt eine Zusammenschau von archäologischen und paläoklimatischen Erkenntnissen unter Berücksichtigung der damaligen ökonomischen, politischen und religiös-kulturellen Verhältnisse.

Kollaps oder Transformation unter sich stark ändernden Umweltbedingungen wie auch heute mit Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Ressourcendegradation können nur multifaktoriell behandelt werden.

Eine detaillierte Analyse der schon in historischer Zeit bestehenden komplexen Vernetzung kulturgeschichtlicher und umweltökologischer Bedingungen zeigt eine große Aktualität für unsere heutige globalisierte Welt. Anhand zahlreicher Beispiele kann ein Vergleich damaliger und heutiger Umweltkrisen durchgeführt werden. Der Covid-19-Pandemieschock sollte die Gesellschaften zu gemeinsamem Vorsorgehandeln wachrütteln, damit nicht wie in der Vergangenheit mit Festhalten an gewohnten Wirtschafts-, Lenkungs- und Handelsstrukturen insbesondere auch durch die Eliten der nächste Kollaps einsetzt.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag | Ozeanien




Referent: Prof. Dr. Norbert Pötzsch, Universität Göttingen


Das Königreich Tonga versucht gegen die Folgen des Klimawandels vorzugehen, indem Emissionen verringert werden sollen. Gegensätzlich dazu bedingt der Wunsch nach Konsum innerhalb der eigenen Bevölkerung einen steigenden Energiebedarf, der durch fossile Brennstoffe gedeckt wird und somit weitere Emissionen erfordert. Der Vortrag betrachtet diese Entwicklungen und (fehlende) Alternativen vor Ort.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag | Sonderausstellung


Foto: Supun D. Hewage


Referent: Prof. Dr. Benedikt Korf, Universität Zürich

Sri Lanka gibt in letzter Zeit vor allem als Krisenland von sich zu reden: Wirtschaftskrise, Massenproteste, Regierungskrise. Dieser Vortrag legt die vielfältigen Konfliktlinien offen, die hinter dieser Krise stehen, und zeichnet die Geographien der Gewalt nach, die Sri Lanka seit der Unabhängigkeit prägen.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag | Ozeanien







Lavinia Ketchell arbeitet an einer Seeschildkröte
©Erub Arts Courtesy of Arts d'Australie,
Foto: Lynnette Griffiths



Referentin: Dr. Stephanie Walda-Mandel, Übersee-Museum Bremen

Torres Strait Islanders und Australian Aboriginals verarbeiten an ihren Küsten angeschwemmte, herrenlose Fischernetze zu faszinierenden Skulpturen, um auf deren Gefahr als tödliche Fallen für zahlreiche Meeresbewohner aufmerksam zu machen. Dabei verwenden sie traditionelle Techniken und Totemtiere als Inspiration, um ihr kulturelles Erbe mit einer aktuellen Umweltthematik zu verknüpfen.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

Veranstalter: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag | Sonderausstellung



Referent: PD Dr. Carsten Butsch, Universität Köln

Ein Bild zur Beschreibung der "Diaspora" ist der Banyan Baum. Um seine ausladende Krone zu stützen, wachsen ihm neue Wurzeln abseits des Stammes. Genau so haben zahlreiche Gemeinschaften, die ursprünglich aus Indien stammen, weltweit Wurzeln geschlagen. In dem Vortrag wird dargestellt, wie sich die indischen Diasporagemeinschaften in Deutschland entwickelt haben und wie sie auf vielfältige Weise sehr aktive Verbindungen in ihre Heimatregionen unterhalten.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.

Vortrag | Sonderausstellung



Referent: Dr. Torsten Tschacher, Universität Heidelberg


Tamil Nadu wird selten mit dem Islam in Verbindung gebracht. Trotzdem hat sich in dieser Region eine reiche islamische Kultur entwickelt, die eng mit muslimischen Gesellschaften in Indonesien und Malaysia verbunden ist und wichtige Beiträge zu Wirtschaft und Kultur Tamil Nadus geleistet hat. Die Geschichte des Islam in Tamil Nadu und die Gegenwart von Muslim*innen in der Region sollen in diesem Vortrag vorgestellt werden.

Eintritt: EUR 6,-/4,-/GEV-Mitglieder und Schulklassen frei

In Kooperation mit: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde e. V.