Pressetext

Rituale und Glaubensvorstellungen in den Philippinischen Kordilleren

Virtuelle Ausstellung der Kordilleren-Sammlung des Linden-Museums Stuttgart

Unter dem Titel "Rituale und Glaubensvorstellungen in den Philippinischen Kordilleren" präsentiert das Linden-Museum Stuttgart eine virtuelle Ausstellung seiner Kordilleren-Sammlung unter der Domain www.cordilleran-collection.de

Die virtuelle Ausstellung ist Ergebnis eines dreimonatigen Aufenthaltes von Prof. Dr. Leah Enkiwe Abayao im Linden-Museum im Rahmen des EU-Projekts SWICH (Sharing a World of Inclusion, Creativity and Heritage). Enkiwe Abayao zählt sich zur ethnischen Gruppe der Ifugao, wuchs in einem traditionellen Kordilleren-Dorf auf und ist derzeit Direktorin des Cordillera Studies Center an der Universität der Philippinen in Baguio.

Für die Menschen der Kordilleren von Luzon ist ihre Herkunft aus einem bestimmten Gebiet, das aus Reisterrassen, Dörfern und Wäldern besteht und eine integrale Kulturlandschaft darstellt, von großer Bedeutung. Als Heimat der Ahnen kann dieses Land nur an deren Nachkommen verkauft werden. Auch viele Menschen in der weltweiten Diaspora bleiben diesen Herkunftsgebieten eng verbunden. Traditionelle Rituale prägen weiterhin das Leben der Menschen, die ihre Abstammung auf diese Region zurückführen. Auch Diaspora-Gemeinden finden Mittel und Wege, um mit ihren Verwandten in den Dörfern in Verbindung zu bleiben. Die Rituale drehen sich um die drei verschiedenen Bereiche des Gebietes – das Dorf, seine Reisterrassen und seine Wälder.

Sie verkörpern die Beziehung der Menschen zu ihren Gebieten und pflegen die Verbindung zu ihren Ahnen. Dörfer, Reisterrassen und Wälder wurden von vielen Generationen von Ahnen allmählich angelegt. Obwohl es in den verschiedenen Gruppen unterschiedliche Rituale gibt, folgen sie alle dem Grundsatz, gute Beziehungen zu den Ahnen und Göttern des Gebiets aufrechtzuerhalten. Solche Rituale stehen oft im Zusammenhang mit dem Reisanbau und dienten einst dazu mit den Göttern und Vorfahren zu kommunizieren. Die virtuelle Ausstellung lädt dazu ein, mehr über die Kulturlandschaft der Kordilleren zu erfahren und ihre Gebiete und die dazugehörigen Praktiken und Gegenstände zu erkunden.

Prof. Dr. Leah Enkiwe Abayao entwickelte das Konzept dieser Ausstellung im Dialog mit
Dr. Georg Noack, dem Süd- und Südostasien-Referenten des Linden-Museums Stuttgart. Gemeinsam entschieden sie, dass die Objekte, soweit möglich, mit ihren indigenen Namen benannt und nach traditionellen kulturellen Kontexten der Menschen in den Kordilleren geordnet werden, nicht nach von außen zugeschriebenen Kategorien der europäischen Wissenschaft. Ziel der Ausstellung ist es auch, die reichhaltigen Sammlungen des Linden-Museums als Ressource den Gemeinschaften und Dörfern virtuell verfügbar zu machen, in denen die Objekte einst ihren Ursprung hatten, und die Interpretationshoheit mit ihnen zu teilen.

Ausstellung: www.cordilleran-collection.de

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Pressefotos


Ahnenfigur der Bontoc
Philippinen, 19. Jh., Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download


Behälter in Form einer Schildkröte
Philippinen, 19. Jh., Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download