Oishii! Essen in Japan

Das Linden-Museum Stuttgart zeigt von 15. Oktober 2016 bis 23. April 2017 die Sonderausstellung „Oishii! Essen in Japan“.

„Oishii!“ – „Es schmeckt mir!“ – ist das in Japan geläufigste Wort, um Wohlgeschmack am Essenstisch zu signalisieren. Es ist ein Ausdruck, der einhergeht mit der sozialen und kulturellen Identität des Essenden. Denn Essen ist in Japan weit mehr als Ernährung. Es ist mit allen Bereichen des menschlichen Lebens verbunden und ermöglicht den Blick auf die verschiedensten Aspekte der Gesellschaft.

Vor diesem Hintergrund widmet sich das Linden-Museum Stuttgart in einer großen Sonderausstellung der japanischen Ess- und Trinkkultur. Schwerpunkte der Ausstellung sind der Anbau von Reis und seine Bedeutung für die japanische Gesellschaft, der „heilige Trank“ Sake, die Rolle von Fisch, Meeresfrüchten und Algen sowie Gemüse, Nudeln und Würzmitteln in der Küche. Aber auch die Welt der Teetraditionen, die Kultur des Picknicks und das Bento werden aufgegriffen.

„Mit seiner Ausstellung ‚Oishii! Essen in Japan‘ öffnet das Linden-Museum erneut ein Tor zu einer faszinierenden Kultur. Die Einblicke in die japanische Ess- und Trinkkultur ermöglichen ein besseres, tieferes Verständnis der japanischen Gesellschaft und ihrer Mentalität. Dies ist umso wertvoller angesichts der engen Beziehungen, die Japan und Deutschland seit Jahrzehnten verbinden“, betont Kunstministerin Theresia Bauer. Baden-Württemberg unterhalte neben politischen und wirtschaftlichen intensive wissenschaftliche und kulturelle Kontakte mit Japan.

Wie haben sich Ernährungsgewohnheiten in Japan im Lauf der Geschichte verändert? Welche komplexen technologischen Leistungen sind für die Gewinnung und Zubereitung von Nahrung notwendig? Wer isst wann was? All diesen Fragen spürt die Ausstellung nach, lenkt den Blick zugleich auf eine reiche materielle Kultur und regt den Besucher an, sich über die eigenen Nahrungsgewohnheiten bewusst(er) zu werden.

Präsentiert werden Originale aus der eigenen Sammlung von Tuschen über Holzschnitte bis hin zu Keramik, darunter wertvolle Objekte, die noch nie gezeigt wurden. Ergänzt werden diese durch Leihgaben aus dem In- und Ausland. Multimediale Elemente schlagen die Brücke zwischen den historischen Exponaten und der Gegenwart und bringen auch japanische Stimmen ins Spiel.

Zur Vertiefung und Ergänzung der Ausstellungsthemen gibt es ein facettenreiches Programm aus Thementagen, Vorträgen, Filmen, Festen und Workshops, das den Besucher auch einlädt, die japanische Ess- und Trinkkultur sinnlich zu erleben. Angeboten werden unter anderem Vorführungen der japanischen Teezeremonie sowie Whisky- und Sake-Verkostungen.

Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog mit interdisziplinären Beiträgen zu Essen und Trinken in Japan erschienen. Kinder erhalten kostenlos ein Aktionsheft, das sie spielerisch durch die Ausstellung führt.

Öffnungszeiten
Di – Sa 10 – 17 Uhr ǀ Mi 10 – 20 Uhr ǀ So und Feiertage 10 – 18 Uhr
Schließtage: 24.12./25.12./31.12./14.4.

Eintritt
EUR 10,–/8,–
Familienticket: EUR 20,– (2 Erwachsene + Kinder bis 18)
Kinder bis einschl. 12 Jahre frei

Audioguide (dt./engl.): EUR 3,–

Führungsanmeldung für Gruppen
Dienstag bis Donnerstag 9.30 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr
(Ferien: nur Donnerstag)
Tel. 0711.2022-579 ǀ Fax 0711.2022-590 ǀ fuehrung@remove-this.lindenmuseum.de
Anmeldefrist: 3 Wochen vor Führung

Katalog
Hrsg. von Uta Werlich, Inés de Castro und Toko Shimomura. Stuttgart: Arnoldsche, 2016. 224 S.,
288 Farbabb., Hardcover, EUR 24,90 (bei Bezug über das Museum). Bestellung: shop.lindenmuseum.de

Hauptsponsor: TRUMPF GmbH + Co. KG

Downloads:

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Begleitprogramm (pdf)


Buchbare Angebote für Schulen (pdf)

Ausstellungsorganisation (pdf)

Pressefotos

       
Oishii! Key Visual der Ausstellung, Gestaltung: attraktive grautöne | Download 1
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Der Monat ohne Geister

Utagawa Toyokuni (1769-1825?)


Eine Frau serviert Reis aus einem hanki. Die beiden Männer im Bildhintergrund sitzen im Fersensitz (seiza) vor ihren Tischchen (zen), die mit Suppe und eingelegten Gemüsen gedeckt sind. Vor ihnen stehen weitere Speisen, unter anderem ein sorgfältig angerichteter Fisch.

 

Farbholzschnitt, H 36,7 cm; B 24,5 cm, Signatur: Toyokuni ga (Bild von Toyokuni), Verleger: Nishimuraya Yohachi, Japan, 18./19. Jh., Linden-Museum, Inv.-Nr. B 31.748, Slg. Baelz, erworben 1893 durch das Landesgewerbemuseum, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer |  Download

Reisanbau in den vier Jahreszeiten

Kyuko (aktiv 2. Hälfte 19. Jh.)

Die Bedeutung von Reis in der japanischen Gesellschaft findet ihren Ausdruck auch in der Kunst. Der Reisanbau ist ein häufiges Motiv und die Reisfelder werden als Idealbild der japanischen Landschaft präsentiert. Kyuko, ein Vertreter der Shijo-Schule, zeigt die wesentlichen Arbeitsschritte im Anbau und der Verarbeitung von Reis in einem einzigen Bild vereint: die Vorbereitung der Nassfelder im Frühjahr, das darauf folgende gemeinschaftliche Pflanzen der vorgezogenen Setzlinge, die Instandhaltung der Nassfelder in den Sommermonaten sowie das Einbringen des gereiften Getreides im Herbst; die sich anschließende Verarbeitung ist in der unteren Bildhälfte illustriert, vom Trocknen der geschnittenen Ähren über das Enthülsen der Körner bis zum Abfüllen des Reises in Säcken aus Reisstroh.

Hängerolle, Tusche und Farben auf Seide, Malerei: H 131,2 cm; B 35,5 c, Japan, Meiji-Zeit (1868 - 1912), Inv.-Nr. B 31.274, Slg. Baelz, erworben 1893 durch das Landesgewerbemuseum, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download

 
Reisanbau
Ono Bakufu (1888 - 1976)

In seinen drei Blättern, die den Reisanbau, die Reisernte und die Verarbeitung von Reis abbilden, zeichnet Ono Bakufu ein idyllisches Bild vom Landleben. Tatsächlich wurde die Reisproduktion nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Ende der 1950er Jahre durch die Ausweitung der Reisanbauflächen intensiviert und die Bauern setzten seit Mitte der 1950er Jahre verstärkt auf den Einsatz mechanischer Technologie.

Farbholzschnitt, H 26,2 cm, B 38,5 cm, Verleger: Kyoto Hanga-in; Drucker: Uchide; Shinagawa-Siegel, Japan, erstmals publiziert 1950, Inv.-Nr. OA 26.546, Slg. Kurrus, Legat 2014, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download


Rüstung


Als in der Edo-Zeit (1603 - 1868) den verdienten Gefolgsleuten des Shogun neue Ländereien zugewiesen wurden, bestimmte vor allem der Reisertrag ihren Wert. Die Menge an Reis, die ein Lehnsherr ernten konnte, war bestimmend für seine Einkünfte und damit auch für die Bezahlung seiner Krieger, die ihren Sold in Reis erhielten. Auch Steuern mussten in Reis abgeführt werden – von den Bauern an den Lehnsherrn, von diesem an die Militärregierung in Edo (ht. Tokyo). Überschüssiger Reis konnte gegen Geldwährung an Händler verkauft werden, von denen die einflussreichsten in Osaka, Japans Handelszentrum, saßen. Die hier abgebildete Rüstung soll aus dem Besitz der Fürstenfamilie Todo stammen, die über das Lehen Tsu (ht. Präfektur Mie) mit einem Reisertrag von 200.000 koku (ca. 30 Millionen Kilogramm Reis) herrschte.

Metall, Leder, Lack, Textil, H 145,0 cm; B 60,0 cm, Japan, Edo-Zeit (1603 - 1868) oder später, Inv.-Nr. OA 21.473, Schenkung 1981 durch die Robert Bosch GmbH, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow | Download


Holzschrein mit Daikoku und Ebisu

Ebisu mit Meerbrasse (tai) und Angelrute (fehlt hier) ist ein Schutzgott der Fischer, Daikoku eine Agrargottheit. Die beiden Glücksgötter werden gerne gemeinsam dargestellt, da sie mit den Grundnahrungsmitteln Fisch und Reis in Verbindung stehen. Ihre Schreine finden für gewöhnlich in der Küche Aufstellung.

Holz, lackiert, bemalt und vergoldet, Metallbeschläge, H 27,0 cm, L (geschlossen) 33,5 cm, B 15,5 cm, Japan, 19. Jh., Inv.-Nr. 50.499 (B 22.343), Slg. Baelz, erworben durch das Landesgewerbemuseum 1891, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download


Zwei Fische und ein blühender Pflaumenzweig

Utagawa Hiroshige (1797 - 1858)

Dargestellt sind Seriola (buri) und Kugelfisch (fugu). Der fugu ist als tödliche Delikatesse berühmt geworden. Falsch zubereitet kann das Nervengift Tetrodotoxin, das in seinen Innereien sitzt, zur Atemlähmung führen. Die Seriola ist als Belag für Sushi und Sashimi beliebt. Das Gedicht oberhalb der Fische nimmt Bezug auf den ebenfalls abgebildeten Zweig einer Japanischen Pflaume.

Farbholzschnitt, H 26,2 cm, B 37,5 cm, Signatur: Hiroshige hitsu (Pinsel des Hiroshige), Verleger: Yamadaya Shojiro, Japan, um 1837, Inv.-Nr. B 31.887, Slg. Baelz, erworben durch das Landesgewerbemuseum 1893; Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download


Der wunderbare Fischzug. Izu, Japan
Paul Jacoulet (1896 - 1960)

Die südlich des Fuji gelegene Halbinsel Izu ragt in den Pazifik, wo der Fischfang entlang der Küste allgegenwärtig ist. Zwei festlich gekleidete Fischer blicken auf die See, in Erwartung der vom Fang heimkehrenden Boote. Neben ihnen liegen Gelbflossenthune (Thunnus albacares, jap. kihada), die an ihren markanten gelben Flossen zu erkennen sind und rund um die Halbinsel in großer Zahl vorkommen.

Der Franzose Paul Jacoulet verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Japan. 1934 begann er mit dem Entwurf von Holzschnitten, die er in klassischer Manier in Zusammenarbeit mit einem Plattenschneider und einem Drucker umsetzte.

Farbholzschnitt, H 46,8 cm; B 35,3 cm, Signatur: Paul Jacoulet (in lateinischer Schrift), Plattenschneider: Maeda Kentaro; Drucker: Fujii Tetsunosuke, Japan, 1939, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download


Oktopus in einem Topf

 

Krakenfleisch war lange Zeit ein Armeleuteessen. Hier schaut ein Krake (tako) aus einem Fangtopf hervor. Die Falten um seine Augen drücken sowohl seine Verärgerung über das "Gefängnis" aus als auch die Anstrengung, sich aus der misslichen Lage zu befreien.

 

Netsuke aus Elfenbein, Pupillen aus Horn, Japan, 2. Hälfte 19. Jh., Linden-Museum Stuttgart, Slg. Trumpf, Stiftung 1966, Foto: A. Dreyer, Inv.-Nr. OA 19.234 (TN 492)| Download

 


Die „Meerfrauen“ Japans

Sie sind fast so berühmt wie die Geishas – die „Meerfrauen“ (ama), die ohne Atemausrüstung vor der Küste Japans nach Meerestieren tauchen. Mit Booten fahren sie auf die See hinaus, wo sie an mit Gewichten beschwerten Seilen unter Wasser gehen, um möglichst schnell in die Tiefe zu gelangen. Ihre Kenntnisse der Unterwasserwelt, von Wind und Gezeiten sind außergewöhnlich, das kalte Wasser sind sie imstande zu ertragen. An Land bringen sie vor allem die begehrten Abalone (Meeresschnecken), ernten aber auch Seetang und Algen.

Iwase Yoshiyuki (1904 - 2001) dokumentierte seit Mitte der 1920er-Jahre bis in die späten 1960er in zahlreichen Bildern das Leben der Menschen in seinem Heimatort Onjuku, einem Fischerdorf am Pazifik. Hinterlassen hat er ein eindrucksvolles Zeugnis vom harten Arbeitsalltag der japanischen „Meerfrauen“.

Schwarz-Weiß-Fotografien, H 50 - 80 cm, B 40 - 60 cm, Japan, Mitte 20. Jh., Private Sammlung, Copyright: BachmannEckenstein | Download Ama-Taucherin | Download Tang-Sammlerinnen

 


Ramen

Ramen sind das wohl bekannteste Beispiel für die allmähliche Anpassung eines nicht-japanischen Gerichts an den lokalen Geschmack. Heute gibt es die ursprünglich chinesische Nudelsuppe in zahlreichen regionalen Varianten. Schweinebauch (chashu), rot-weiße Fischpastete (narutomaki) eingelegte Bambussprossen (menma oder shinachiku) und in dünne Ringe geschnittene Frühlingszwiebeln sind besonders häufige Garnituren.

Polyvinylchlorid; Porzellan, H 8,5 cm, D 21,2 cm, Japan, um 2015, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download



Zaru soba

Die kalten Buchweizennudeln werden auf einem Bambusgitter (zaru) angerichtet und mit dünnen nori-Streifen garniert. Zum Essen werden sie in eine Dipsoße (tsuyu) aus Brühe (dashi), Sojasoße (shoyu) und süßem Sake (mirin) getaucht. Dazu gereicht werden etwas Japanischer Meerrettich (wasabi) und in feine Ringe geschnittene Lauchzwiebeln.

Polyvinylchlorid, Bambus, Porzellan, H 2,7 cm, L 21,5 cm, B 21,5 cm; H 6,6 cm, D 8,2 cm; H 2,0 cm, D 9,0 cm, Japan, um 2015, Inv.-Nr. OA 26.501 a-c, erworben 2016 in Japan, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow | Download


Deckelschalenset mit Aufbewahrungskasten


Serviert wurde in den zehn Deckelschalen weißer, gekochter Reis (gohan). Außenwandung und Deckel der Schalen tragen die kalligrafisch ausgeführten Zeilen eines Gedichts. Auf der Innenseite der Schalen sind Kieferndarstellungen zu sehen, in den Deckeln die neben einem Gestell mit Vorhang sitzende Dichterin.

Blauweißporzellan, Holz, Schalen, H (mit Deckel) 7,8 cm, D (Mündung) 11,0 cm, Japan, frühes 19. Jh., Inv.-Nr. OA 26.241 a-k, erworben 2015 mit Spendenmitteln, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download

 


Kasten mit Schachtelhalmdekor


Möglicherweise wurden auch in diesem Fall in den einzelnen Schubfächern, die sich hinter dem Frontpaneel verbergen, Süßigkeiten aufbewahrt. Während die Außenseiten des Kastens ein Dickicht aus Schachtelhalmen (Equisetum pratense, jap. tokusa) ziert, sieht man auf der Rückseite des Paneels ein Hasenpaar. Es heißt, der Hase poliere mit Schachtelhalmen den Mond, so dass dieser in Herbstnächten besonders hell erscheint.

Holz mit schwarzem Lack, goldenem maki-e und Perlmutt, Griff aus Metall, H 23,2 cm, L 18,0 cm, B 16,7 cm, Japan, späte Edo-Zeit (1603 - 1868), Inv.-Nr. OA 22.044 L, Slg. Packard, erworben 1984 mit Lotto-Mitteln, Copyight: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download Vorderseite | Download Rückseite


Koch
, Copyright/Foto: Anders Wotzke | Download




Hanami (Detail)


Die beste Zeit für ein Picknick ist bis heute das Frühjahr, wenn die Japanische Kirsche zu blühen beginnt. Familien und Freunde treffen sich zur „Blütenschau“ (hanami) in Parks und Gärten, wo sie unter einem blassrosa Blütenhimmel gemeinsam essen, trinken und feiern.

Bereits im 9. Jh. fanden am Kaiserhof Kirschblütenfeste unter erblühenden Bäumen statt. Allerdings kam hanami als vergnügtes Picknick erst im 17. Jahrhundert in breiten Teilen der Bevölkerung in Mode. Eben diesen Kontext illustriert der Stellschirm, indem er Spaziergänger in einer Hügellandschaft zeigt sowie eine ausgelassene Gesellschaft mit Tänzern und Musikanten beim Picknick. Vermutlich handelt es sich um die Gegend von Yoshino, die für ihre Bergkirschen besonders berühmt ist. Ein Stellschirm mit der Gegend von Arashiyama bei Kyoto im Herbst hätte dann mit diesem Schirm ein Paar gebildet.

Sechsteiliger Stellschirm, Tusche, Farbe und Blattgold auf Papier, H 111,2 cm, B 357,8 cm, Japan, Edo-Zeit (1603 - 1868), 17. Jh., Inv.-Nr. OA 21.037 L, erworben 1980 mit Lotto-Mitteln, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download Stellschirm komplett |Download Stellschirm Detail (Picknick)


Picknickset

Tragbare Picknicksets (sagejū), die sich aus einem Stapelkasten für Speisen, kleinen Tellern, Tabletts und Sake-Flaschen zusammensetzten wurden für Ausflüge ins Grüne genutzt. Man bewunderte die Naturschönheiten, amüsierte sich bei Tanz und Gesang und genoss Delikatessen und die beschwingende Wirkung von Sake.

Picknickset mit Spatzen- und Bambusdekor, Holz mit schwarzem Lack, hirame, goldenem und silbernem maki-e, Goldfolie, H 33,9 cm, L 37,8 cm, B 19,8 cm, Japan, Meiji-Zeit (1868 - 1912), Inv.-Nr. B 22.176, Slg. Baelz, erworben 1891 durch das Landesgewerbemuseum Stuttgart, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download


Picknickset mit Löwen- und Päoniendekor


Holz mit schwarzem Lack und hirame, nashiji, goldenem und silbernem maki-e, Griff und Beschläge aus Kupferlegierung; Sake-Flaschen aus Zinn

H 29,5 cm, L 33,0 cm, B 16,5 cm, Japan, späte Edo-Zeit (1603 - 1868), Inv.-Nr. OA 21.826, Slg. Trumpf, Stiftung 1966; Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download


Albernheiten zu hanami

Kawanabe Kyosai (1831 - 1889)

Die Seite eines Leporellos zeigt das ausgelassene Treiben zur Frühlingszeit. In einer Parkanlage sind die Kirschbäume erblüht. Ein Mann im blauen Kimono, einen langen Stab haltend, steht im Zentrum der Darstellung neben zwei Bottichen mit süßem shiro zake (weißer Sake), der im Frühjahr als eines der ersten Sake-Produkte im Jahr erhältlich ist. Andere Männer tragen Kalebassen, vermutlich ebenfalls mit einem alkoholischen Getränk gefüllt, bei sich. Ein Verkaufsstand im Bildhintergrund bietet gedämpfte Süßkartoffeln an, welche die Kunden, auf einem Holzpodest sitzend, verzehren. Im Vordergrund haben es sich Männer und Frauen auf einer Matte bequem gemacht: Sie trinken Sake und essen kalte soba. Ein gespannter Vorhang schirmt sie vor den Blicken neugieriger Passanten ab.

Holzschnittalbum, geöffnet: H 36,3 cm, B 48,2 cm, Japan, 19. Jh., Inv.-Nr. B 31.473, Slg. Baelz, erworben 1893 durch das Landesgewerbemuseum, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download


Sake-Flasche

Bei der kalebassenförmigen Flasche (tokkuri) handelt es sich um sogenannte Bizen-Ware, die bis heute in der Präfektur Okayama, einem der wichtigen Keramikzentren Japans, hergestellt wird. Dabei weist die Sake-Flasche alle Merkmale auf, die eine gute Bizen-Keramik ausmachen: die typische erdig-gedämpfte Farbe sowie die harmonische Formgebung. Durch die während des Brennvorgangs zufällig entstandene Ascheglasur, die sich wie willkürlich aufgestreute Sesamkörner auf dem Keramikkörper verteilt, erhält das Stück seinen individuellen Charakter.Zunächst als einfache Gebrauchskeramik produziert, wurde Bizen-Keramik im 15. Jahrhundert für die Teezeremonie entdeckt, unter anderem weil Speisen und Getränke durch sie angeblich einen feineren Geschmack erhalten.

Steinzeug, Bizen-Ware, H 17,8 cm, D 9,8 cm, Japan, 17./18. Jh., Inv.-Nr. OA 26.442 L, erworben mit Lotto-Mitteln 2015, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download


Schildkröten-Karikaturen
Onishi Chinnen (1792 - 1851)

Schildkröten gelten als bevorzugtes Motiv von Ōnishi Chinnen, einem Vertreter der realistischen Maruyama-Shijo-Schule. Die humorvollen Darstellungen stehen in der Tradition der Choju jinbutsu giga (Komische Darstellungen von Tieren und Menschen), humoristisch-satirischen Karikaturen aus dem 12. Jh.

Querrolle, Tusche und leichte Farben auf Papier, H 27,3 cm, L 866,0 cm, Japan, ca. 1830, Inv.-Nr. B 31.101, Slg. Baelz, erworben 1893 durch das Landesgewerbemuseum, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download


Sake-Fässer, Copyright/Foto: Katrin Schneider | Download


Bento-Box, Copyright/Foto: Franziska Schaper | Download


Teeschale

Steinzeug mit eisenschwarzer Glasur und Finger gemaltem Dekor

H 10,6 cm, D 10,5 cm, Japan, Mitte 20. Jh., Inv.-Nr. OA 20.151 L (A 31001 L), Slg. Fischer, erworben 1969 mit Lotto-Mitteln, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download

 


Berühmte Ansichten von Ky
oto neu ausgewählt, erste Folge: Teezeremonie beim miyako odori (Kirschtanz)

Miki Suizan (1887 - 1957)

Mit großer Liebe zum Detail zeigt Miki Suizan eine junge Frau, die soeben eine Schale Tee zubereitet hat. Die Schale hält sie mit beiden Händen. Auf dem Tisch vor ihr steht der Teebesen, mit dem sie den Pulvertee (matcha) in der Schale aufgeschlagen hat, daneben ein Wassereimer aus schwarzem Lack mit floralem Dekor sowie ein großes Kohlebecken (furo) mit einem Wasserkessel. Auf dem Kessel liegt die Schöpfkelle aus Bambus, mit der sie das heiße Wasser für den Tee in die Schale gegeben hat. Der weiße Dampf, der aus dem Kessel steigt, lässt die dargestellte Szene außergewöhnlich realistisch erscheinen. Unter dem Tisch steht ein Behältnis mit Kohlen.

Miki Suizan ist vor allem als Nihonga-Maler bekannt geworden. Allerdings fertigte er in den 1920er-Jahren für den Verleger Sato Shotaro 14 Holzschnitte, die 1930 mit den Arbeiten zehn weiterer Künstler in einer großen Ausstellung zur modernen japanischen Druckgrafik (shin hanga) in Toledo, USA, gezeigt wurden.

Farbholzschnitt, H 41,5 cm, B 28,0 cm, Signatur: Suizan, Verleger: Sato Shotaro mit Siegel Sato Sho han (Verleger Sato Sho[taro]); Siegel des Plattenschneiders Mayeda, Japan, 1924, Inv. Nr. OA 26.551, Slg. Kurrus, Legat 2014, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Anatol Dreyer | Download


Blick in die Ausstellung, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow | Download


Blick in die Ausstellung, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow | Download


Blick in die Ausstellung, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow | Download


Blick in die Ausstellung, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow | Download


Blick in die Ausstellung, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow | Download