Religion und geistige Kultur

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Städtische Kultur im Osten der islamischen Welt (9. bis 13.Jh.)

Unter der Kalifendynastie der Omayaden mit Sitz in Damaskus (661 bis 750 n. Chr.) entwickelte sich den Bedürfnissen der neuen islamischen Oberschicht entsprechend ein eigener Stil in Moscheebau und der Palastarchitektur. In dieser Zeit begann auch zur würdigen Ausgestaltung von Koranhandschriften die Entwicklung der islamischsten aller Kunstformen, der Kalligraphie.

750 verlegte die Dynastie der Abbasiden die Residenz der Kalifen nach Bagdad. Zur Verwaltung ihres riesigen Reiches bedienten sich die Kalifen erfahrener iranischer Beamter, zu ihrem Schutz ab dem 9.Jh. türkischer Leibgarden.

Islamische Kunst ist Patronatskunst. Auftraggeber waren die Herrscher und ihr engstes Umfeld, d.h. hohe Beamte und Militärführer. Dementsprechend wuchs schon am Kalifenhof der Einfluss von Iranern und Türken auf die Entwicklung der islamischen Kunst und Kultur. Die ersten Beispiele iranischer Keramik entstanden in Samarra, der Garnisonstadt der Leibgarden und kurzzeitigen Kalifenresidenz im 9.Jh.

815 wurden Nachfahren eines alten iranischen Adelsgeschlechtes Stadthalter der Kalifen in Transoxanien (Ostiran und Mittelasien). Sie gründeten die nur noch nominell von den Kalifen abhängige Dynastie der Samaniden. Im Architekturdekor aus Stuck lebt ein in Samarra entstandener Stil fort. Die Keramikentwicklung in Nischapur (Iran), der zweiten Residenz der Samaniden neben Buchara und Afrasijab (Altsamarkand), geht neue Wege mit Schlickermalerei auf cremefarbenem Grund.

Neben dekorativen Inschriften, deren Sinnsprüche das Lebensgefühl einer wohlhabenden städtischen Oberschicht ausdrücken, finden sich Keramiken mit Menschen und Tierdarstellungen, die vorislamische Keramikmotive aufgreifen. Ebenfalls unter den Samaniden in Buchara beginnt langsam die Entwicklung einer eigenständigen islamischen Metallkunst nach dem vorher lediglich alte iranische Formen weiter produziert wurden.

Auch die Samaniden wurden von türkischen Leibgarden beschützt. Nach dem Tod des Samanidensultans Abdalmalik im Jahr 961 in Balch (heute Nordafghanistan), erhebt sich der türkische Gardekommandeur Alptigin gegen seine Herrscher, erobert das zentralafghanische Fürstentum Ghasni und gewinnt damit die Kontrolle über die wichtigsten Handelswege nach Indien.

Städtische Kultur (2)
Islamische Kunst





Tafelnde Hofgesellschaft (Miniaturmalerei)
Isfahan (?), Iran, 16.Jh.

Plastik eines mongolischen Reiters
Quarz-Fritte-Keramik
Kaschan, Iran, Mitte des 13.Jh.