Religion und geistige Kultur

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Religion und geistige Kultur

Der Islam

Islam bedeutet Unterwerfung unter den Willen Gottes (Allah), das Wort läßt sich von derselben arabischen Wortwurzel ableiten wie Salam (Friede, Heil). Bekenner des Islam bezeichnen sich als Muslime. Die heilige Schrift des Islam ist der Koran. Dieser enthält in Arabisch die Offenbarungen des Propheten Muhammad (570-632), der aus Mekka stammte. Der Islam entstand in der Folge von Judentum und Christentum und verstand sich als eine Religion innerhalb der semitischen monotheistischen Religionen. Das Glaubensbekenntnis der Muslime lautet: "Es gibt keinen Gott außer Allah, und Muhammad ist sein Prophet. Dieses Bekenntnis ist die erste der "5 Säulen des Islam", den fünf muslimischen Hauptpflichten, die zusammen das gesamte Leben eines Muslims formen und bestimmen.

Die 5 Säulen des Islam beinhalten:
1. das öffentliche Glaubensbekenntnis zum Islam (Schahada)
2. das tägliche fünfmalige rituelle Gebet (Salat)
3. die Abgabe eines vorgeschriebenen Vermögensanteils an die Armen (Sakat)
4. das Fasten im Monat Ramadan (Saum)
5. mindestens einmal im Leben eine Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch)zu unternehmen.

Die Reduzierung des Islam auf die Befolgung der 5 Pflichten eines mehr oder weniger gläubigen Muslim verstellt den Blick auf die Facetten praktischer muslimischer Frömmigkeit und verschiedenen muslimischen Glaubensrichtungen. Bereits im Bemühen um die Umsetzung der 5 Pflichten trifft man auf unterschiedliche Praktiken. Die Verpflichtung, eine Hadsch nach Mekka zu unternehmen, kann z.B. nach Auffassung mancher Muslime durch Ersatzwallfahrten zu anderen religiösen Orten erfüllt werden. Der Islam ist seinem Selbstverständnis nach "Religion und Staat" zugleich und daher mit Hilfe des islamischen Rechts in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens gegenwärtig. Neben dem Koran bildet die Sunna, die "gewohnte Handlungsweise", die sich auf die überlieferten Aussprüche (Hadithe) und Handlungsweisen des Propheten stützt, eine Summe von Geboten, Verboten und Empfehlungen, die in jeden Lebensbereich eingreifen. Der Islam ist deshalb nicht nur eine Religion sondern auch eine Lebensform. Die Aufspaltung der muslimischen Gemeinde in Sunniten und Schiiten hatte vor allem politische Gründe. Nach dem Tod Muhammads gab es bei den ersten 4 Kalifen noch Einigkeit in der Nachfolge Muhammads. Danach entstand eine politische Bewegung, die der Schiiten, derzufolge das Kalifat den Nachkommen aus der Familie des Propheten Muhammad zustehe. Dieser soll seinen Schwiegersohn Ali als seinen Nachfolger bestimmt haben. Im Laufe der Geschichte haben sich zahlreiche schiitische Untergruppen gebildet, zum Teil mit sehr liberalen Glaubensvorstellungen, wie z.B. die der Aleviten in der Türkei.

Der Islam
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Die Ausbreitung des Islam
Natur und Kulturraum











Islamische Weltkarte
Diese Karte stammt aus dem Indien des 18.Jh. und basiert auf älteren Vorlagen. Die Karte ist entsprechend den Gepflogenheiten arabischer Kartographen mit dem Süden nach oben gezeichnet. Museum für Islamische Kunst Berlin.



Kompass.