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Der Bazar
Bazare sind, außer an hohen Feiertagen, täglich von Sonnenaufgang bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet. In größeren Bazaren finden sich deshalb Quartiermoscheen und Bäder, die es den Nutzern des Bazars ermöglichen, ihre religiösen Pflichten zu erfüllen, sowie einfachere Restaurants zur Deckung der leiblichen Bedürfnisse. In großen Bazaren gibt es häufig eine Branchensortierung, z.B. Gewürzbazar, Goldbazar, Gasse der Schreiner, der Kupferschmiede usw. Branchen, deren Arbeit Lärm erzeugt, wie z.B. Grobschmiede, oder die mit Geruchsbelästigung verbunden sind, wie z.B. Gerber, sind an der Peripherie angesiedelt. Händler genießen in der islamischen Gesellschaft ein hohes Ansehen; der Prophet Muhammad selbst stammte aus einer angesehenen Kaufmannsfamilie. Das Sozialprestige von Handwerkern dagegen ist denkbar gering. Ihr Einkommen ist oft so bescheiden, dass sie sich die Waren, die sie selbst produzieren, nicht leisten können. Viele Handwerker arbeiten nicht selbständig sondern sind abhängig von einem Großhändler, der Eigentümer ihrer Werkstatt, des Rohmaterials und häufig auch des Werkzeuges ist. In den letzten Jahrzehnten haben Bazare viel von ihrer ursprünglichen Bedeutung eingebüßt. Die wohlhabende Bevölkerung kauft inzwischen in modernen Geschäften und Einkaufszentren nach westlichem Vorbild ein. Bazare, soweit sie nicht touristisch attraktiv sind Ð dienen zwischenzeitlich überwiegend der Versorgung der armen Bevölkerungsschichten und des ländlichen Umfelds. |