Am 1. Juli 1946, nicht einmal ein Jahr nach den verheerenden Atombombenabwürfen auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki,starteten die USA ihre Atomwaffenversuchsreihe im Pazifik – laut der US Marine „zum Wohle der Menschheit“. Die Vereinigten Staaten unternahmen bis 1958 insgesamt 67 oberirdische Tests auf den Atollen Bikini und Enewetak, die heute zur Republik der Marshallinseln gehören. Hunderte von Menschen wurden radioaktiver Strahlung ausgesetzt und verloren ihre Heimat. Mit der Wasserstoffbombe „Bravo“, deren Sprengkraft mehr als 1.000 Hiroshima-Bomben entsprach, wurden die Bewohner des Rongelap-Atolls nicht nur gesundheitlich nachhaltig geschädigt sondern auch zu einem Leben als „Nuklearnomaden“ verurteilt. Trotz der bekannten Gefahren von Atomwaffen begann Frankreich am 2. Juli 1966 mit seiner Testreihe in Französisch-Polynesien, die erst im Januar 1996 beendet wurde. Bis heute warten die Opfer der Atomtests auf adäquate Entschädigungsleistungen für die Zerstörung ihrer Heimat und ihrer Gesundheit sowie auf die moralische Anerkennung ihrer Leiden. Der Vortrag beschäftigt sich mit der Geschichte der Atomwaffentests im Pazifik und deren Folgen für die Menschen der Region und weltweit.