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Fachreiseleitung Prof. Dr. Peter Thiele, Ethnologe
Reisetermin: 30.3. bis 10.4.2011
Eine der eindrucksvollsten Landschaften der Welt dürfte das inneranatolische Gebiet von Göreme sein. Vulkanisch entstanden, ist die Gegend in ihren Tälern charakterisiert durch tausende von Kegeln, in deren weiches Tuffgestein sich seit prähistorischer Zeit Menschen ihre Wohnungen, oft als Fluchtorte, gegraben haben. Von kulturhistorischer Bedeutung aber ist die Landschaft erst durch das Mönchtum geworden, denn die Asketen des frühen orientalischen Christentums zogen sich in diese karg erscheinende, aber fruchtbare, doch weltabgeschiedene Provinz zurück. Sie gruben in das poröse Gesteinsmaterial hunderte von Klausen, Klöster und Kirchen, die sie mit der Bildwelt ihres Glaubens ausschmückten. Damit sind hervorragende Malereien, besonders der mittelbyzantinischen Epoche (9. - 13. Jh.), erhalten geblieben und zeugen von einer längst vergangenen Hochkultur. Überraschend fand man in den 60er Jahren des 20. Jh. in den Ebenen der Gegend riesige unterirdische "Städte", die als mehrstöckige Zufluchtsorte vor den häufigen Kriegszügen arabischer Eroberer angesehen werden. Zwischen Ankara und Göreme liegen im anatolischen Hochland auf halber Strecke die Ruinen der im 20. Jh. von deutschen Archäologen entdeckten und nun ausgegrabenen Reste von Hattuscha. Es ist die Hauptstadt des hethitischen Reiches aus der Zeit des 2. Jh. v. Chr. Von Göreme aus gelangt man in Richtung Westen, nach der Durchquerung der ehemaligen Salzwüste, nach Konya, dem antiken Ikonium des Apostel Paulus. Die Stadt verdankt ihre Bedeutung dem türkischen Clan der Seldschuken, die hier vom 12. - 14. Jh. die Hauptstadt ihres hochkultivierten Sultanats errichteten. Aus dieser Zeit sind hervorragende architektonische Zeugnisse erhalten geblieben. Die jetzige Anziehung der Stadt bezieht sich auf Celaleddin Rumi, genannt Mevlana, der sich im 13. Jh. als weltoffener Dichter und Mystiker des Islam hier niederließ. Auf ihn geht der "Orden der Tanzenden Derwische" zurück, dessen "Kloster", heute Museum, mit dem Grab von Rumi, zum eindrucksvollen Wallfahrtsort vieler Gläubigen geworden ist.
1. Tag: Deutschland - Ankara
Flug von Stuttgart über Istanbul nach Ankara (weitere Abflughäfen auf Anfrage). Begrüßung durch den deutschsprachigen, türkischen Reiseleiter und Panoramafahrt zum Hotel.
1 Übernachtung in Ankara
2. Tag: Ankara - Hattuscha
Fahrt über Bogazkale zum Ausgrabungsgelände der Hauptstadt des hethitischen Großreiches Hattuscha (UNESCO-Kulturdenkmal). Die Reste der doppelten Stadtmauer mit dem Königs- und dem Löwentor lassen die Ausmaße und Stärke der hethitischen Befestigungsanlage erkennen. Unter den zahlreichen Fundamenten von Tempeln, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden ist der Große Tempel des Löwengottes am eindrucksvollsten. Nach einer Einführung in die Geschichte der Hethiter und einer ausführlichen Besichtigung kommen Sie nach Yazilikaya (übersetzt „beschriebener Fels"). Zwischen einer Gruppe von Felsen liegen zwei nach oben offene, natürliche Felskammern, an deren Wände mehr als 80 Reliefbilder (13. Jh. v. Chr.) geschlagen sind. Sie zeigen Prozessionen der hethitischen Götter und sind je nach Sonnenstand sehr gut zu erkennen. Nach der eingehenden Betrachtung erreichen Sie Sungurlu zur Übernachtung.
3. Tag: Anatolisches Hochland - Kappadokien
Zunächst kommen sie nach Alaca Hüyük, eine kleine hethitische Stadt. Hier wurden in einem 330 m breiten Areal bis jetzt vierzehn Schichten ausgegraben, die von vier großen Siedlungsperioden zeugen. Nach einer Pause fahren Sie durch das anatolische Hochland zum islamischen Wallfahrtsort Hacibektas. Von hier aus verbreitete sich im 13. Jh. die Philosophie des Haci Bektas Veli (1209 bis 1295), einem der bedeutendsten Mystiker und Denker seiner Zeit. Im Derwisch-Kloster befindet sich das Grab. Er ist der wichtigste Geistliche der Aleviten, Gründer des anatolischen Alevitentums und Ordensgründer der Bektaschi-Derwische. Am Abend erreichen Sie Ihr Hotel in Kappadokien.
6 Übernachtungen
4. Tag: Göreme
Vormittags besuchen Sie das imposante Freilichtmuseum von Göreme (UNESCO-Kulturdenkmal). Sie sehen u.a. die Höhlenkirchen: Tokali-, Elmali-, Karanlik-, und Barbara-Kilise in Negativ-Architektur mit hervorragenden Beispielen byzantinischer Malerei. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Auf Wunsch kann eine gemeinsame Wanderung oder ein Ballonflug unternommen werden.
5. Tag: Kirchen und Klöster
Fahrt zum Dorf Mustafapasaköy mit Kirchen und schön ornamentierten Häusern. In Cemilköy sehen Sie die Dorfkirche und den Klosterkomplex „Zum Erzengel". Weiter geht es ins Soganli-Tal mit großartig bemalten Höhlenkirchen. Nach einer Pause besuchen Sie die unterirdischen Städte (7. und 8. Jh.) Derinkuyu und Kaymakli. Diese Orte verfügten über eine gute Wasserversorgung und ein raffiniertes Belüftungssystem. Kapellen, Versammlungsräume und Schlafnischen gehören zu diesem unterirdischen System von Höhlen, Gängen und Schächten ebenso wie Getreidespeicher, Mühlsteine und Weinkeller. In diesen Fluchtstätten konnten Tausende von Menschen leben.
6. Tag: Städte und Festungen
Sie kommen nach Kültepe mit den Fundamenten der frühanatolischen Siedlung Karum (3. Jt.) - ein assyrisches Handelszentrum, eines der ersten Handelszentren der Hethiter und erste Freihandelszone der Welt - und zur assyrischen Stadt Kanesch (19. Jh. v. Chr.). Danach erreichen Sie Kayseri, das römische Caesarea in Kappadokien, am Fuße des erloschenen Vulkanberges Erciyes (3.916 m) gelegen. Der Ort war unter den Seldschuken ein bedeutendes kulturelles und wissenschaftliches Zentrum mit den entsprechenden Bauten, die man heute noch bewundern kann. In der Nähe der byzantinischen Festung entstand der erste Seldschukenkomplex in Anatolien. Sie sehen die Seldschuken-Festung, die älteste Moschee (1238) Anatoliens sowie das Döner Kümbet (Drehendes Grabmal) von 1276, ein seldschukisches Mausoleum von klassischer Schlichtheit.
7. Tag: Tuffkegel und Tufflandschaften
Vom Burgfelsen in Uchisar genießen Sie eine grandiose Aussicht über die Erosions-landschaft. Anschließend besuchen Sie die Kirche Johannes des Täufers (5. Jh.) und die Kirche von Kaiser Nikephoros Phokas (10. Jh.) bei Cavucin. Nachmittags kommen Sie ins „Tal von Zelve", eine der eindrucksvollsten Fels- und Höhlenlandschaften Kappadokiens. Freuen Sie sich auf Kirchen mit Malereien aus dem 6. u. 7. Jh. und auf die durch unterschiedliche Abtragungen des Tuffmaterials entstandenen, charakteristischen Pyramiden mit „Hut", die sogenannten „Feenkamine". Sie machen heute den Reiz der kappadokischen Landschaft aus und werden Sie bestimmt begeistern. Letzte Station des Tages ist der Besuch der malerischen Töpferstadt Avanos.
8. Tag: Höhlenkirchen
Vormittags fahren Sie nach Ortahisar, ein mächtiger ausgehöhlter Felsen. Die Burg von Ortahisar diente sowohl militärischen als auch zivilen Zwecken. Im Ort sehen Sie charakteristische Beispiele kappadokischer Profanarchitektur. Eine weitere Besonderheit sind die in fast allen Abhängen der Täler eingehauenen Höhlen, die wegen ihrer kühlen Temperaturen für die in der Gegend geernteten Kartoffeln und Äpfel sowie für die aus Antalya kommenden Apfelsinen und Zitronen als Lagerräume dienen. Im benachbarten Hallac-Tal besuchen Sie das gleichnamige Kloster mit Fresken aus dem 10. und 11. Jh. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung oder kann zur Fahrt nach Ürgüp oder Göreme genutzt werden.
9. Tag: Kappadokien - Konya
Zuerst kommen Sie zur wildromantischen Ihlara-Schlucht mit eindrucksvoll ausgemalten byzantinischen Kirchen. Weiter geht es über Agzikara Han, eine der schönsten Karawansereien aus dem 13. Jh., nach Aksaray, Heimat des türkischen Eulenspiegel: Nasreddin Hoca. Danach verlassen Sie Kappadokien und fahren durch die Salzwüste nach Konya. Unterwegs Stopp in Sultanhani und Besuch der Karawanserei, in der Sie einen Hauch von Orient spüren.
2 Übernachtungen in Konya (Hotel ohne Alkoholausschank)
10. Tag: Konya - das antike Ikonium des Apostel Paulus
Konya ist die Heimat der Tanzenden Derwische und eine wichtige Wallfahrtsstätte. Sie besichtigen das Mevlana-Kloster mit dem Grab des islamischen Sufi-Mystikers Celaleddin Rumi (genannt Mevlana, übersetzt „Mein Herr"). Danach bewundern Sie die bunten Kacheln und schönen Reliefs von zwei ehemaligen Koranschulen (Medresen): Karatay (Außenbesichtigung) und Ince Minare, und sehen die Alaeddin-Moschee aus dem 12. Jh. Sicher bleibt Ihnen auch Zeit bei einem Tee die Eindrücke dieser Stadt auf sich wirken zu lassen.
11. Tag: Konya - Ankara
Rückfahrt nach Ankara. Nachmittags besuchen Sie eines der wichtigsten Museen der Türkei, das Museum der Anatolischen Zivilisationen, auch bekannt als Hethitermuseum. In dem Museum können Sie die Entwicklung der Zivilisationen in mehreren Perioden erfahren. Es beherbergt Objekte von weltweiter Bedeutung aus 10.000 Jahren Menschheitsgeschichte in Kleinasien: von der jungsteinzeitlichen Siedlung in Catal Hüyük (der „ältesten Stadt der Welt") über die Kulturen der Hethiter, Urartäer, Assyrer, Phrygier, Griechen und Römer bis hin zu den Byzantinern und Osmanen. Die hethitischen Keilschrifttexte aus Bogazkale gehören zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Beim verlassen des Museums sollten Sie auch kurz einen Blick auf die Architektur des Gebäudes werfen, bei der es sich um den alten, ehemaligen Basar von Ankara handelt, ein schönes Zeugnis aus der osmanischen Zeit der Stadt.
1 Übernachtung
12. Tag: Ankara - Deutschland
Heute heißt es Abschied nehmen von der Türkei. Vormittags Freizeit, dann Transfer zum Flughafen in Ankara und Rückflug über Istanbul nach Stuttgart.
Tuffsteinlandschaft
Tuffsteinlandschaft
Ortahisar. Alle Fotos: Conti Reisen Im Reisepreis enthalten:
* Linienflug mit Turkish Airlines in der Economy Class:
Stuttgart - Istanbul - Ankara und zurück / weitere Abflughäfen auf Anfrage
* Flughafensteuern, Landegebühren sowie Sicherheits- und Kerosinzuschläge
* 11 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Bad oder Dusche/WC in Hotels der 4-Sterne-Landeskategorie (1 Nacht im 3-Sterne-Hotel)
* 11 x Halbpension (Frühstück und Abendessen)
* Rundreise, Ausflüge und Transfers im landesüblichen Reisebus mit Klimaanlage
* Besichtigungen und Eintrittsgelder lt. Programm
* Fachleitung Prof. Dr. Peter Thiele, Ethnologe
* Qualifizierte, deutschsprachige, türkische Reiseleitung
* Reisepreis-Sicherungsschein
Mindestteilnehmerzahl: 15
Preise pro Person:
im Doppelzimmer EUR 1.480,00
im Einzelzimmer EUR 1.730,00
Wunschleistungen:
* Flug ab anderen deutschen Flughäfen (vorbehaltlich Verfügbarkeit): EUR 50,00 pro Person
Informationen zur Einreise:
Deutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.
Anzahlung: 20 % bis 10 Tage nach Erhalt der Reisebestätigung
Restzahlung: bis 4 Wochen vor Abreise
Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl:
Die Reise kann wegen Nichterreichens der Mindestteilnehmerzahl bis 4 Wochen vor Abreise abgesagt werden. Selbstverständlich informieren wir Sie umgehend, Anzahlungen werden erstattet.
Allgemeine Reisebedingungen:
Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen der Conti-Reisen GmbH.