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Angela Rees
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Fachreiseleitung: Prof. Dr. Peter Thiele, ehemaliger Direktor des Linden-Museums Stuttgart
Reisetermin: 14.5. bis 23.5.2012
„Die relativ wenig besuchten Gebiete der Südosttürkei haben mich als Ethnologen immer wieder durch die vielen, sehr unterschiedlichen ethnischen Gruppen mit ihrer kulturellen Vielfalt in den Bann gezogen. Seit Urzeiten sind sie ein Durchzugsgebiet von vielen Völkern, die hier ihre Spuren hinterlassen haben.“
Prof. Dr. Peter Thiele
Lassen Sie sich im Osten und Südosten der Türkei von einem bunten Kaleidoskop verschiedener Kulturen begeistern. Entdecken Sie frühchristliche Spuren, hethitische Kunstwerke und faszinierende Mosaike. In Göbekli Tepe erwartet Sie ein frühneolithischer "Jahrhundert-Fund" und auf dem Nemrud Dag, dem "Berg der Götter", nicht nur eindrucksvolle Götterstatuen, sondern auch ein grandioses Panorama der ostanatolischen Berglandschaft. Sie erkunden Mardin, die Perle Obermesopotamiens, das Jakobitenkloster Deir-az-Zafaran und das mittelalterliche Hasankeyf. Vor großartiger Naturkulisse besuchen Sie urartäische Festungen und gleiten auf dem tiefblauen Van-See zum armenischen Kloster Achtamar. Die Reise führt in z. T. noch wenig bereiste Gegenden, wo das Leben noch seinen traditionellen Gang geht und den Entdecker mit manchen Überraschungen belohnt.
1. Tag: Deutschland - Türkei
Linienflug mit Turkish Airlines von Stuttgart über Istanbul nach Adana (weitere Abflughäfen auf Anfrage). Begrüßung durch Ihre türkische Reiseleitung.
Transfer zum Hotel und 1 Übernachtung.
2. Tag: Tarsus - Geburtsort des Apostel Paulus - Antiochien am Orontes
Nach dem Frühstück Fahrt nach Tarsus, Heimat des Völkerapostel Paulus. Besichtigung des als Cleopatra-Tor bezeichneten Stadttors, des Paulus-Brunnens und der Paulus-Kirche.
Anschließend geht es weiter über Adana und vorbei an der Kreuzritterfestung Toprakkale in den Karatepe-Nationalpark („Schwarzer Berg”): Hier haben sich Reliefs und Inschriftsteine der späthetitischen Festungen des Azitawadda erhalten.
Danach Fahrt vorbei am Schlachtfeld von Issos, wo im Jahre 333 v. Chr. Alexander der Große einen entscheidenden Sieg über den Perserkönig Dareios III. errungen hat, bis nach Iskenderun. Über den Belenpass (664 m) kommen Sie nach Antakya, das frühchristliche Gemeindezentrum Antiochien am Orontes. Hier wurden die Jünger zum ersten Mal Christen genannt.
Zimmerbezug für 2 Übernachtungen.
3. Tag: Antiochien am Orontes - Seleucia
Antakya war als Antiochia eine der glanzvollsten Städte der Antike. Bei der Ausbreitung des Christentums spielte die Stadt eine bedeutende Rolle. Von hier aus unternahm der Apostel Paulus seine großen Missionsreisen. Den Titel des Patriarchen von Antiochien gibt es bis heute. Die Petrus-Grotte führt Sie in die Anfänge des Christentums. Hier versammelten sich die ersten Christen zum Gottesdienst und der Apostel Petrus, der erste Bischof von Antiochia, soll hier gepredigt haben. Im berühmten Mosaikenmuseum erzählen die farbenprächtigen Mosaike von der griechischen Mythologie.
Ausflug in das westlich von Antakya gelegene Samandag mit Ruinen der 300 v. Chr. gegründeten ehemaligen Hafenstadt Seleucia Peria. Diese Stadt war die erste Station der Missionsreise der Heiligen Petrus und Barnabas. Später bauten die Römer dort den Titus-Tunnel zum Auffangen und Weiterleiten von Regenwasser, mit einer Länge von 1.300 m eines der größten römischen Tiefbauwerke.
Auf Wunsch: Besuch im „Friedensdorf“ von Schwester Barbara Kallasch (vorbehaltlich Bestätigung). Nach Möglichkeit Gespräch über die aktuellen Projekte und das Leben von Schwester Barbara.
Rückfahrt nach Antakya.
4. Tag: Yesemek - Bildhauerschule der Hethiter und Kahta
Nach dem Frühstück Fahrt nach Yesemek, wo Archäologen auf eine Bildhauerschule der Hethiter (ca. 13. Jh. v. Chr.) mit über 200 vollendeten und unvollendeten Skulpturen gestoßen sind.
Anschließend geht es weiter nach Gaziantep. Besuch im landesweit größten Mosaiken-Museum, dessen Funde hauptsächlich der überfluteten Ausgrabungsstätte von Zeugma entstammen.
Weiterfahrt nach Kahta.
1 Übernachtung.
5. Tag: Nemrud Dag
Frühmorgens Fahrt mit Kleinbussen in den Nemrud Dag Nationalpark und Möglichkeit zum kurzen Aufstieg zum Gipfel des 2.159 m hohen "Berges der Götter" mit dem Tumulus-Grab des Kommagenenkönigs Antiochos I. von Kommagene (69 - 36 v. Chr.) Besichtigung der eindrucksvollen Götterstatuen und des Grabhügels. Genießen Sie einen atemberaubenden Blick auf das grandiose Panorama der ostanatolischen Berglandschaft!
Nach dem Abstieg Besichtigung der Ausgrabungen von Eski Kahta, dem einstigen Arsameia am Nymphaios. Vorbei am riesigen Atatürk-Stausee, der die Wasser des Euphrat staut, kommen Sie nun nach Sanliurfa, das biblische Edessa – Stadt der Propheten und Geburtsort Abrahams.
1 Übernachtung.
6. Tag: Sanliurfa - Harran - Göbekli Tepe - Mardin
Erleben Sie in der Prophetenstadt Sanliurfa die faszinierende Vielfalt kultureller und religiöser Elemente. Bei einem Besuch im Urfa-Museum sehen Sie berühmte Funde aus den Grabungen von Göbekli Tepe, Nevali Cori und Yeni Mahalle (z.B. den „Mann von Urfa“, eine der ältesten bisher bekannten menschlichen Steinplastiken, 9./8. Jahrtausend v. Chr.) und besuchen den Karpfenteich von Ayn Zaliha und die Geburtsgrotte Abrahams.
Anschließend Weiterfahrt nach Harran, einst Wohnsitz der Familie Abrahams, das heutige Altinbasak. Hier schöpfen auch heute Frauen und Mädchen Wasser am Brunnen wie vor mehr als dreieinhalbtausend Jahren, als Abraham seinen Knecht nach Harran sandte, um Rebekka als Frau für seinen Sohn Isaak zu holen. Gemeinsamer Besuch der ältesten islamischen Universität der Welt sowie der eigentümlichen und für Harran typischen bienenstockförmigen Häuser aus gestampfter Erde. Bei den Ausgrabungen des frühneolithischen Bergheiligtums von Göbekli Tepe, das mit ca. 11.500 v. Chr. die älteste derzeit bekannte Tempelanlage der Welt ist, erfahren Sie Interessantes über die aktuellen Erkenntnisse der Archäologen.
Hotelbezug für 2 Übernachtungen in Mardin, einer faszinierenden Stadt mit einer Mixtur aus Islam und Christentum.
7. Tag: Mardin - eine Perle in Obermesopotamien
Mardin liegt an einem Berghang auf 1.083 m Höhe. Die weißen Kalkbauten der Stadt verraten einen arabischen Einfluss. Während eines Rundgangs in den malerischen Gassen des Zentrums besuchen Sie die Kirche der 40 Märtyrer, die beeindruckende Zinciriye Medrese mit ihren gestreiften Kuppeln und monumentalem Haupteingang sowie die Ulu Moschee. Im Jakobitenkloster Deir-az-Zafaran erleben Sie einen gut erhaltene Anlage mit Arkaden, stattlichen Empfangsräumen und Mönchszellen. Auch zum Klosterleben erfahren Sie manches Interessante.
Im Anschluss Weiterfahrt und Besichtigung der antiken Stadt Dara, die als „Ephesus“ der Osttürkei erst vor kurzer Zeit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
8. Tag: Artukiden-Hauptstadt Hasankeyf - Van
Nach dem Frühstück Fahrt über Midyat in die einstige Artukiden-Hauptstadt Hasankeyf am Tigris, die eindrucksvollste mittelalterlich-islamische Stadt der Türkei mit Höhlenwohnungen, Moschee und einer Festung. Der Bau des Ilisu-Staudamms, der Hasankeyf überfluten soll, ist immer noch ein aktuelles Thema.
Weiterfahrt über den Anti-Taurus, entlang des Vansees nach Gevas, der ehemaligen armenischen Residenzstadt Vostan. Rundgang über einen seldschukischen Friedhof mit der Grabtürbe der Prinzessin Halim Hatun (1358). Danach Besuch der urartäischen Festung von Çavustepe.
Zimmerbezug für 2 Übernachtungen in Van, am gleichnamigen See gelegen.
9. Tag: Spuren der Urartäer und Insel Achtamar
Am Vormittag unternehmen Sie einen Schiffsausflug zur Achtamar-Insel. Der tiefblaue Vansee ist das größte Binnengewässer der Türkei, etwa siebenmal größer als der Bodensee, und einer der höchsten Seen der Welt (1.650 m). Auf dieser Insel ist eine der bedeutendsten armenischen Kreuzkuppelkirchen als ehemalige Klosterkirche zum Heiligen Kreuz (um 910-921) zu bewundern. Die Außenwände der Kirche sind mit drei Flachreliefbändern geschmückt, die Geschichten aus der Bibel darstellen. Im Innern der Klosterkirche finden sich bedeutende Reste von Wandmalereien aus der Erbauungszeit.
Zurückgekehrt nach Van, besichtigen Sie die auf einem mächtigen Burgfelsen gelegene urartäische Burg Tuschpa mit in Stein gemeißelten Keilschriften. Am Spätnachmittag werden Sie in kurdischen Webereien in die Geheimnisse dieser Handwerkskunst eingeweiht.
10. Tag: Van - Deutschland
Nach dem Frühstück heißt es Abschiednehmen von einer faszinierenden Region. Bustransfer zum Flughafen von Van und Rückflug via Istanbul nach Deutschland.
Harran
Nemrud
Nemrud. Alle Fotos: Conti-Reisen