Signet Lindenmuseum
 
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Mit anderen Augen

Südsee-Fotografien von Hugo A. Bernatzik, 1932/33
24.02.2005 - 29.05.2005
Der österreichische Ethnologe Hugo A. Bernatzik wurde durch die herausragenden Fotodokumente berühmt, die seine wissenschaftlichen Publikationen aus den 30er Jahren begleiteten. Das Linden-Museum freut sich, zum ersten Mal das fotografische Werk Bernatziks mit einer Auswahl von 89 Originalabzügen aus der Sammlung Kevin Conru präsentieren zu können. Aufgenommen wurden sie 1932 und 1933 auf einer Reise zu den Salomonen und nach Neuguinea.

Bernatziks Fotografien stehen in einem bemerkenswerten Kontrast zur frühen Dokumentationsfotografie der Ethnologie und der oft arrangierten Kunstfotografie professioneller Fotografen im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.
Neue technische Möglichkeiten und ein „schnelles Auge“, verbunden mit einer freundschaftlichen Vertrautheit mit seinen „Objekten“ ermöglichten Bernatzik vor allem auf den Salomonen-Inseln Bilder voller Bewegung und überspringender Lebensfreude, gespannter Erwartung und entspannter Ruhe, sei es bei Initiationsfeiern, Tänzen oder im alltäglichen Familienkreis.
Konzentration und Bewegung bestimmen die Aufnahmen, die ihm an Bord eines der großen Doppelrumpfboote mit ihren aus Baststreifen geflochtenen Scherensegeln vor der Südküste Neuguineas gelangen. Ihre Komposition lässt die Kraft spüren, die für die Beherrschung dieser Boote notwendig war, aber auch die Ruhe und Gelassenheit, mit der die Menschen zu Werke gingen.
Vermutlich kaum mit Europäern in Kontakt gekommen waren die Benabena im östlichen Hochland, die er zu Ende seines Aufenthaltes besuchte. Hier sind es vor allem Einzel- und Familienportraits, die Menschen in ihrem Alltag und in besonderen Lebenssituationen zeigen.

Bernatziks Bilder können als ethnographische Dokumente gelesen und interpretiert werden. In ihrer emotionalen Dichte und kompositorischen Präsenz gehen die hier ausgewählten Arbeiten weit darüber hinaus. Unabhängig von Raum und Zeit gewähren sie uns einen Blick auf den „Anderen“, der durchaus angetan erscheint, den alten „Mythos Südsee“ in uns zu beleben und gleichzeitig zu hinterfragen.


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