Die Ausstellung zeigt 17 Aquarelle und Grafiken – sieben Originale und zehn Reproduktionen – aus den Jahren 1854 bis 1857, die von Hermann und Adolph Schlagintweit im Norden Indiens, in Ladakh und Westtibet zu Dokumentationszwecken und für spätere Publikationen angefertigt wurden, ferner 15 Fotografien von Robert, dem jüngsten der drei Brüder.
Die Expedition der Schlagintweits wurde vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. und der britischen East India Company gemeinsam finanziert. Alexander von Humboldt, Berater des Preußenkönigs, hatte die jungen Münchner Wissenschaftler Hermann und Adolph für dieses Projekt, an dem er schon lange selbst großes Interesse hatte, empfohlen. Als Fotograf und Assistent begleitete Robert seine beiden Brüder nach Indien.
Zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die East India Company großes Interesse an erdmagnetischen Messungen, an meteorologischen Erkenntnissen und Höhenmessungen im damals noch unerforschten westlichen Himalaya. In drei Jahren überschritten die Schlagintweit-Brüder mehrfach Himalaya und Karakorum und erstmals die Kunlun-Ketten im zentralen Hochland. Ihre umfangreichen Forschungen bezogen sich auf geografische, glaziologische und botanische Gebiete, aber auch auf völkerkundliche und kulturhistorische Themen, die sie in Skizzen, Aquarellen und Zeichnungen festhielten, ergänzt durch die Fotografie, die damals erhebliche Schwierigkeiten mit sich brachte. Das Gewicht der Foto-Ausrüstung inklusive der Entwicklungschemikalien betrug 200 kg. Robert Schlagintweit konnte nur zu Anfang der Reise fotografieren, da die Flaschen mit den Chemikalien durch Unachtsamkeit eines Trägers zerbrachen. Immerhin entstanden etwa 400 Aufnahmen von vornehmlich ethnografischen Motiven, Landschafts- und Stadtansichten.
Mehrere davon wurden zusammen mit den in Farb-Lithographie umgesetzten Gemälden und Aquarellen in den vier (von geplanten neun) Bänden und dem Atlasband ihrer „Results of a Scientific Mission to India and High Asia“ (Leipzig und London, 1861-66) sowie dem Werk „Reisen in Indien und Hochasien“ in vier Bänden (H. Costenoble, Jena, 1869-1880) verwendet.
Die Zusammenstellung der Werke in der Ausstellung erfolgte durch Josef Sartorius, der als erprobter Asienreisender in den Jahren 1997, 2000 und 2003 auf denselben Routen wanderte und seine zeitgenössischen Fotografien den historischen Dokumenten beigesellt.
Leihgeber der Originale sowie der Bilder- und Foto-Reproduktionen sind das Alpine Museum des Deutschen Alpenvereins in München, die Bayerische Staatsbibliothek, Josef Sartorius und Dr. Stefan Schlagintweit, Nachfahre der Gebrüder Schlagintweit.