Veranstaltungsprogramm

Montag, 24. April | 09.30 Uhr - 17.30 Uhr

Schwieriges Erbe

Fachtagung |

 

 



Koloniale Objekte - Postkoloniales Wissen

Wie arbeitet man mit Objekten aus der Kolonialzeit im Museum? Welches Wissen haben diese Objekte und wie lässt es sich ausstellen? Und was sagen sie uns über unsere gegenwärtige Gesellschaft?

Spätestens mit den Debatten um das Berliner „Humboldt-Forum“ erreicht die Problematisierung der (deutschen) Kolonialgeschichte eine breite gesellschaftliche Öffentlichkeit. Damit einher geht eine zunehmende Kritik an ethnologischen Museen mit kolonialzeitlichen Sammlungen und deren Ausstellungspraktiken. Infrage steht die Legitimation des Museums als Institution aber auch der Ethnologie als Wissenschaft: Kolonialzeitliche Objekte unterwandern als „schwieriges Erbe“ eurozentrische Perspektiven, sie erzählen ihre eigenen Geschichten kolonialer Verflechtungen und sie zwingen zu einem neuen Blick auf Fragen nach kulturellem Eigentum, nach gesellschaftlicher Teilhabe und auf die Konstitution eines kulturellen Gedächtnisses deutscher Kolonialgeschichte. Diese Perspektiven werden auf der Tagung in einen gemeinsamen Diskussionsraum gestellt und interdisziplinär zwischen Museum und Universität verhandelt.

Die Tagung wird veranstaltet im Rahmen des durch die Plattform 4 „Bildung – Gesellschaft – Normen – Ethische Reflexion“ des Zukunftskonzeptes (ZUK63) der Exzellenzinitiative der Universität Tübingen geförderten Exploration Fund „Schwieriges Erbe. Zum Umgang mit kolonialzeitlichen Objekten in ethnologischen Museen“.

Programm

9 Uhr Registrierung und Kaffee

9.30 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Inés de Castro (Linden-Museum Stuttgart)

9.45 Uhr Grußwort
Petra Olschowski (Staatssekretärin, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

10 Uhr Schwieriges Erbe. Koloniale Objekte – Postkoloniales  Wissen
Prof. Dr. Gabriele Alex (Universität Tübingen)
Prof. Dr. Inés de Castro (Linden-Museum Stuttgart)
Jan Hinrichsen, M.A. (Universität Tübingen)
Gesa Grimme, M.A. (Linden-Museum Stuttgart)
Prof. Dr. Thomas Thiemeyer (Universität Tübingen)

Panel 1: Kolonialismus erinnern/vergessen – postkoloniale Gesellschaften         

10.30 Uhr Die erste postkoloniale Nation?
Deutschland und der Kolonialismus seit dem Ersten Weltkrieg
Prof. Dr. Andreas Eckert (Humboldt Universität Berlin)

11 Uhr A Postcolonial Ethic in a Settler State:
or how Indians and Africans get into Heritage and Art Museums in the United States
Prof. Dr. Eric Gable (University of Mary Washington)

11.30 Uhr Kommentar: Prof. Dr. Jasna Čapo Žmegač (Universität Zagreb)

12.15 Uhr Mittagspause

Panel 2: Kolonialismus bewahren/zeigen – postkoloniale Museen

13.30 Uhr Strategische Reflexivität: Das Museum und die postkoloniale Kritik            
Dr. Friedrich von Bose (Universität Basel)

14 Uhr Decentering European Museums through Transcultural Collaborations
Examples from Oceania         
Dr. Philipp Schorch (Universität München)

14.30 Uhr Towards the Postcolonial Museum
Prof. Dr. Ciraj Rassool (University of the Western Cape)

15 Uhr Kommentar: Prof. Dr. Rebekka Habermas (Universität Göttingen)

15.45 Uhr Kaffeepause

Podiumsdiskussion: Schwieriges Erbe. Zum Umgang mit kolonialzeitlichen Objekten


16.30 Uhr Podiumsdiskussion mit Sandra Ferracuti (Linden-Museum), Ekarika Nana Obot (Advisory Board for the Representation of African Culture, ABRAC), Djenneba Aniema Obot (ABRAC), Ciraj Rassool (Univ. of the Western Cape
Moderation: Wayne Modest (Research Center for Material Culture, Leiden)

17.30 Uhr Ende

Konferenzsprachen: Deutsch und Englisch

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Veranstalter:
Asien-Orient-Institut, Abteilung für Ethnologie, Universität Tübingen
Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Tübingen
Linden-Museum Stuttgart, Staatliches Museum für Völkerkunde

Weitere Informationen folgen

Anmeldung bis 6.4.: mail@remove-this.lindenmuseum.de

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